Smartphone Test | Redmi Note 10 by Xiaomi

Redmi Note 10 by Xiaomi

Vorerwartungen

Nach dem Redmi Note 5, 7, 8, 8 Pro, 9, und 9 Pro ist dies hier also das siebte Redmi Note Gerät, was ich in einem Testbericht ins Auge nehmen werde. Die letzten vier dieser Geräte wurden dabei auch auf Digitales für Einsteiger ins Auge genommen.

Mit Ausnahme des Redmi Note 9, dass durch den geringen Arbeitsspeicher in der mir vorliegenden Version an einigen Stellen, wie dem Starten der Kamera App, ein wenig langsam aus dem Quark kam, konnte ich all diese Gerät, besonders mit Blick auf den Preis, bedenkenlos empfehlen, wobei auch das 9er viele Vorteile mit sich brachte.

Im Grunde ging ich auch davon aus, dass sich das Redmi Note 10 in diese Kategorie einordnen würde. Das Highlight in diesem Jahr sollte dabei das erstmals in dieser Reihe verbaute Amoled Display sein.

Verpackungsinhalt

Die in weiße Verpackung zeigt die Rückseiten eines grünen und eines weißen Geräts, sowie dessen Frontseite. Sämtliche Schrift ist in schwarz gehalten.

Die Verpackung beinhaltet: eine helle durchsichtige Silikonhülle, eine Simnadel, Kurzanleitung und Garantiebedingungen in 14 Sprachen (darunter jeweils deutsch), ein USB-C auf USB-A Daten- und Ladekabel und als Highlight ein europäisches 33 Watt Ladeteil. So etwas liefert Samsung bei ihren Flagschiffen nicht mit.

Eine vernünftige Schutzfolie wurde zuvor an dem Gerät angebracht. Allerdings sammelt sich an deren Rand eine Menge Staub.

Design und Verarbeitung


Wenn man an dem Redmi Note 10 etwas zum nörgeln sucht, so wird man am ehesten in dieser Kategorie fündig. Denn wo in dieser Serie früher Aluminium oder Glas Standard waren, muss man in dieser Generation auf der Rückseite mit Kunststoff Vorlieb nehmen. Damit will ich nicht sagen, dass es die Konkurrenz aktuell besser macht. Und wer sein Telefon in einer Schutzhülle trägt, den wird das wenig interessieren. Der Rahmen besteht allerdings schon aus Metall.

Dennoch fasst sich das Gerät wertiger an, als z.B. das Oppo A52 und die matte Rückseite ist wenig empfindlich gegenüber Fingerabdrücken. Das ist verglichen mit der Konkurrenz ein ordentlicher Pluspunkt. Zudem ist es offiziell IP53 zertifiziert. Damit ist es vor alltäglichem Staub und Sprühwasser, wie Regen, geschützt.

Die mitgelieferte Schutzhülle verschließt gut mit dem Gerät, hinterlässt keine Staubränder um das herausstehende Kameramodul herum und würde sogar einen Sturz auf eine ebene Fläche mit der Frontseite auffangen.

Das Redmi Note 10 misst 160,1 mm x 74,5 mm x 8,4 mm (9,4 mm an der herausstehenden Kamera) bei einem Gewicht von 172 g (inklusive Simkarte). Für das Jahr 2021 sind das nahezu kompakte Maße. 2018 hätte man das aber als riesig bezeichnet.

Mir liegt das Gerät in Pebble White vor. Verglichen mit anderen Redmi Geräten ist das also eher eine konservative Farbe. Alternativ erhält man das Gerät auch in weiß-grün oder grau. Die Preise waren bei meinem Kauf identisch. Wie zuvor beim Oppo A52 finde ich den Farbton aber auch hier für die Kombination mit der Silikonhülle gelungen.

Auf der rechten Seite befinden sich die Power Taste mit integriertem Fingerabdruckleser, sowie die Lautstärkewippe. Links befindet sich oben der Sim-Schlitten. Die Tasten sind aus Metall, sitzen fest im Gehäuse und haben einen guten Druckpunkt. Auf der unteren Seite befindet sich der USB-Typ-C-Anschluss und der 3,5 mm Klinkenanschluss. Zudem verfügt das Gerät oben und unten über Stereolautsprecher. Am oberen Ende findet man zudem einen Infrarotsensor.

In der Summe geht die Verarbeitung vollkommen in Ordnung, früher konnte man in der Kategorie des Designs aber sicher mehr punkten. Verglichen mit vergangenen Generationen ist das Design eher als einfach und langweilig zu bewerten. Im Grunde ist das aber Geschmackssache und viele Deutsche greifen ja eher zu den konservativen Farben.

Entsperrmechanismen

  • Codes: Ja
  • Fingerabdrucksensor: Ja (seitlich)
  • Face-Unlock: Ja

Die Sicherheitsmechanismen funktionieren schnell und zuverlässig. Insbesondere halte ich den seitlichen Fingerabdrucksensor für gelungener, als jene unter dem Display.

Display

Das 6,43 Zoll große Amoled Display im 20:9 Format löst in FullHD+ auf. Die Frontkamera verbirgt sich unter einem Punchhole in der Mitte. Die Bildwiederholfrequenz liegt bei maximal 60 Hz.

Als maximale Helligkeit konnte ich starke 619 Lux messen. Die Schwarzwerte lassen sich ab 3 unterscheiden, die Weißwerte bis 255. Im Multitouch werden alle zehn Finger erkannt.

Ähnlich, wie beim Lenovo Z6 Pro, bleibt das Always On Display aber nicht dauerhaft an, sondern stellt sich nur beim anheben des Geräts an. Das spart natürlich Strom, allerdings würde ich gerne selbst entscheiden, ob ich diesen an dieser Stelle sparen muss. Durchaus hat man hier aber die Möglichkeit das Always On Display zu individualisieren.

Wenn man sich überlegt, dass das Redmi Note 10 nur 20 € teurer ist, als das Oppo A52, so bekommt man hier einen Sprung von mindestens zwei, wenn nicht mehr Klassen in der Kategorie des Displays. Ohne Frage ist dies ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Preisklasse.

Software

Zum Zeitpunkt des Tests arbeitet das Redmi Note 10 auf Android 11 Basis unter der Xiaomi hauseigenen MiUI in der Version 12.0.4, mit einem Sicherheitspatch vom 1. Mai 2021.

Über die Vielfalt der Einstellungsmöglichkeiten unter MiUI wurde von mir schon viel gesagt. Neu ist, dass man nun auch bei den Redmi Geräten einen App Drawer einstellen kann.

Allgemein versorgt Xiaomi seine Geräte lange und regelmäßig mit Updates und auch in den zwei Monaten des Testzeitraums erhielt ich beim Redmi Note 10 bereits mehrere Softwareupdates.

Performance

Auch in der Kategorie der Performance ist das Redmi Note 10 eine andere Liga, als die zuvor getesteten Oppo A52 oder Poco M3 vergleichen. Das System läuft in jeder Anwendung flüssig.

Im Antutu Benchmark 9.0.4 erreicht das Gerät 270903 Punkte, was dem dritten Platz von fünf getesteten Geräten seit April 2021 entspricht. Mit dem Redmi Note 10 wird damit erstmals die Version 9 des Antutu Benchmarks verwendet. Im Geekbench 5 erreicht das Gerät 532 Punkte im Single-Core und 1537 Punkte im Multi-Core.

Die Performance reicht aus, um Spiele, wie Asphalt 9, Shadow Gun Legend oder einfach Backgammon flüssig zu spielen. Auch das Lesen langer PDFs ist zügig möglich.

Lautsprecher

Wie schon beim Poco M3, so überzeugen auch beim Redmi Note 10 auf voller Linie. Hier liefert Xiaomi auch bei ihren günstigen Firmen aktuell starke Resultate ab, Die Stereolautsprecher erreichen eine maximale Lautstärke von 95 dBa und verzerren auch bei maximaler Lautstärke nicht.

Die Telefoniequalität ist ebenfalls als gut zu werten und hebt sich leicht positive von der Konkurrenz ab.

Der Kopfhörerausgang wird mir bei 80 % der Lautstärke zu laut. Zudem kann man in den Einstellungen Equalizereinstellungen für diverse Xiaomi Kopfhörermodelle einstellen.

Kameras

Hauptkamera

Das Redmi Note 10 setzt auf einen 48 MP Hauptsensor (Sony IMX582 mit ƒ/1.8 Blende), einen Ultraweitwinkelsensor 8 MP (Sony IMX355 mit f/2.2 Blende) eine 2 MP Makrolinse (GC gc02m1 mit f/2.4 Blende) und einen 2 MP Tiefensensor (Omnivision OV02B1B) auf der Rückseite. Auf der Frontseite ist eine 13 MP Kamera (Omnivision OV13B10 mit f/2.45 Blende) verbaut.

Ulraweitwinkel

Frontkamera im Portraitmodus

Verglichen mit den zuletzt getesteten Einsteigergeräten Oppo A52 und Poco M3 legt man hier nochmal einen ordentliche Schippe in Sachen Kameraleistung drauf. Dies gilt auch gegenüber dem Vorjahresmodell und zwar in jeder Kategorie und für jede Linse, ob nun Schärfe, Farbdynamik, Low Light oder Bokeheffekte. Im Grunde muss ich hier einräumen, dass ich auch zu meinem Xiaomi Mi Note 10 Lite keinen großen Sprung mehr erkennen kann.

Insbesondere möchte ich hier die Makrolinse mal hervorheben. Denn mit dieser ist es mir erstmals bei einem Gerät gelungen einen Vorteil durch diese Art von Linse zu erhalten, auch wenn man eine ruhige Hand und mehrere Versuch benötigt.

Videos lassen sich mit der Hauptkamera mit maximal 4k und 30 Fps oder 1080p und 60 Fps aufnehmen. Auf der Frontkamera muss man sich mit 1080p und 30 Fps begnügen. Man kann Videos zudem auch mit dem Ultraweitwinkelsensor aufnehmen, allerdings ist hier kein Wechsel zwischen den Sensoren, während der Aufnahme, möglich. Man hat lediglich die Möglichkeit digital zu zoomen. Eine Verbesserung zu Vorgängermodellen lässt sich für mich auch bei der Audioaufnahme erkennen.

Makrokamera

Akkuleistung

Der Akkutest mit AkkuBattery gestaltete sich auch beim Redmi Note 10 als ineffizient. Damit meine ich, dass die gemessenen Schreen-On-Zeit in verschiedenen Tests zwischen 10:19 h und 16:04 h lag, der kombinierte Verbrauch zwischen 151-159 h, jeweils bei Autohelligkeit. Das sind natürlich enorme Abweichungen bei der Screen-On-Zeit, auch wenn ein Wert von 13 h im Schnitt ein starker Wert wäre. Die Abweichung schreibe ich der Nutzung der adaptiven Helligkeit zu. Sonst arbeite ich jedoch immer mit der mittleren Helligkeit. Doch die Adaptivität des verbauten Amoled Panels überzeugt einfach.

Für eine Stunde Youtube auf mittlerer Helligkeit verbrauche ich 5 %. Das ist bislang der Bestwert.

Mit dem mitgelieferten 33 Watt Netzteil lädt das Gerät von 0-100 % in unter 80 min. Das ist stark.

Konnektivitäten

Das Redmi Note 10 ist LTE-fähig und kompatibel mit den folgenden Bändern: 1/2/3/5/7/8/20/28/38/40/41. Eine Kompatibilität zu 5G fehlt.

Das Gerät verfügt über einen vollwertigen Dualsimslot. Man kann also gleichzeitig zwei Simkarten nutzen und den Speicher per Micro SD Karte zusätzlich erweitern. Der interne Speicher beläuft sich auf 64 GB, von denen einem per Werk 43,2 GB zur Verfügung stehen. Es existiert eine Version des Geräts mit 128 GB internem Speicher, für die der Aufpreis um die 20 € beträgt.

Im WLAN Test kann ich die volle Bandbreite sowohl direkt vor dem Router, ein Zimmer weiter, als auch auf dem Dach abrufen. Der GPS Empfang (GPS-Test) findet auf meiner Loggia 27 Satelliten, von denen 20 benutzt werden und zu einer auf 3 m genauen Position kommen. Der Hardwarekompass funktioniert.

Das Gerät verfügt über einen USB-Typ-C-Anschluss (2.0). Wie bereits oben erwähnt verfügt das Gerät über einen 3,5 mm Klinkenausgang. Eine Blutooth Verbindung mit der Zeblaze GTR und der Zeblaze GTS Pro funktionierte einwandfrei.

Leider ist das Gerät nicht NFC-fähig, was für mich das einzige Ausschlusskriterium für die Nutzung als Daily Driver ist.

Auf eine Benachrichtigungs LED muss man verzichten. Hierfür blinkt das Amoled Display auf bzw. zeigt die eingehende Benachrichtung an.

Die Infrarot Fernbedienung habe ich nicht getestet. Bei allen vorher getesteten Xiaomi Geräten funktionierte diese aber problemlos.

Preis- und Preisleistung

Während man in Deutschland für das Redmi Note 10 aktuell zumeist um die 200 € zahlt, konnte man das Gerät als Import bereits im Apri für unter 160 € bekommen. Derlei Angebote sind mit Glück auch aktuell aus Deutschland erhältlich.

Für diesen Preis erhält man ein tolles Gesamtpaket, das bis auf die fehlende NFC-Fähigkeit, in jeder Kategorie alles bietet, was man von einem Smartphone benötigt. Ob nun Display, Lautsprecher, Kamera oder Akkuleistung. Überall kann man mit der mehr als doppelt so teuren Konkurrenz von Samsung mithalten. Und das ist stark.

Fazit

Das Redmi Note 10 ist ein tolles Gesamtpaket und ein Preisleistungsknaller. Wer bereit ist mehr als 150 € für sein Smartphone zu zahlen, auf NFC und eine hochwertige Verarbeitung verzichten kann. Der wird kaum mehr für sein Geld erhalten, als er es beim Redmi Note 10 bekommt.


Björn WinterbergÜber den Autor
Björn Winterberg unterstützt das Team von Digitales für Einsteiger seit Januar 2020 unentgeltlich. Dabei betreut er die neu eingeführte Kategorie Smartphone-Tests, einem Hobby dem er seit 2018 nachgeht. Normal ist er beruflich an einem Hamburger Gymnasium als Lehrer in den Fächern Mathematik und Informatik tätig.
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