Smartphone Test | Oppo A52

Oppo A52

Seit im Oktober vergangenen Jahres das Doogee N20 Pro auf Digitales für Einsteiger vorgestellt wurde, gab es, in Sachen Marken, keine Newcomer mehr. Mit dem heutigen Test des Oppo A52 ändert sich dieser Sachverhalt heute nach über einem halben Jahr.

Vorerwartungen

Rein von der Ausstattung war ich ein wenig skeptisch, ob das Oppo A52 mit dem, was Xiaomi im gleichen Preisbereich abliefert, konkurrenzfähig sein würde. Denn für 140 € (im Amazon Sale) bekommt man hier den bereits vor anderthalb Jahren im Xiaomi Mi A3 verbauten Snapdragon 665 als Prozessor geboten. Auch beim Display hatte ich keine Ahnung, was mich mit einem TFT Panel erwarten würde. Auf der positiven Seite standen Stereolautsprecher, der 5000 mAh große Akku, NFC, ein Fingerabdrucksensor auf der Seite und eine auf den Fotos attraktiv aussehende Farbe.

Viel reizvoller war es aber, dass ich noch nie ein Oppo Gerät in Händen hatte und die Marke ja aus dem gleichen Konzern, wie das vielseits gelobt Oneplus kommt. Ich war gespannt.

Verpackungsinhalt

Die in weiß mit türkisen und grünen Schriftzügen gehaltenen Verpackung zeigt zudem ein Bild des Geräts in der genau mir vorliegenden Farbe Stream White. Es gibt eine durchsichtige Silikonhülle, eine Simnadel, eine Kurzanleitung in neun Sprachen und Garantiebedingungen in fünf Sprachen (darunter jeweils deutsch), ein USB-C auf USB-A Daten- und Ladekabel, ein europäisches 18 Watt Ladeteil, sowie Kopfhörer. Eine vernünftige Schutzfolie wurde zuvor an dem Gerät angebracht.

Man muss hier neidlos anerkennen, dass Oppo mit seinem Verpackungsinhalt, sieht man mal von der Stärke des Netzteils ab (aber das Gerät kann auch nicht schneller laden), den besten Verpackungsinhalt aller hier getesteten Geräte aufweist.

Design und Verarbeitung

Das Oppo A52 misst 161,6 mm x 75,2 mm x 8,8 mm (10,6 mm an der herausstehenden Kamera) bei einem Gewicht von 193 g (inklusive Simkarte). Verglichen mit dem zuvor getesteten Poco M3 kommt es somit in jeder Dimension auf kompaktere Werte.

Die mitgelieferte Schutzhülle verschließt gut mit dem Gerät, hinterlässt keine Staubränder um das herausstehende Kameramodul herum und würde sogar einen Sturz auf eine ebene Fläche mit der Frontseite auffangen. Der Rahmen und die Rückseite des Unibodys bestehen aus Kunststoff und können in Sachen Haptik weder mit dem Poco M3 noch mit dem Honor 9X Pro mithalten.

Mir liegt das Gerät in Stream White vor, also einem Weiß, mit grünem Farbverlauf, den ich optisch gelungen empfinde (alternativ erhält man das Gerät auch in schwarz). Besonders positiv möchte ich bei dem Gerät hervorheben, dass es kaum an Optik verliert, wenn man es in der mitgelieferten  Silikonhülle verwendet. Und das kann ich kaum einen Gerät bescheinigen.

Auf der rechten Seite befinden sich die Power Taste mit integriertem Fingerabdruckleser. Links befindet sich oben der Sim-Schlitten, sowie die Lautstärkewippe. Die Tasten sind aus Kunststoff, sitzen aber bombenfest im Gehäuse und haben einen guten Druckpunkt. Auf der unteren Seite befindet sich der USB-Typ-C-Anschluss und der 3,5 mm Klinkenanschluss. Zudem verfügt das Gerät oben und unten über Stereolautsprecher.

In der Summe geht die Verarbeitung vollkommen in Ordnung, befindet sich aber im Einsteiger- bzw. untere Mittelklassebereich.

Entsperrmechanismen

  • Codes: Ja
  • Fingerabruchsensor: Ja (seitlich)
  • Face-Unlock: Ja

Die Sicherheitsmechanismen funktionieren dem Prozessor entsprechend. Das bedeutet, dass ich in der vergangenen Zeit durchaus schnellere Entsperrung in der Mittelklasse erlebt habe, man aber immer noch schneller ist, als die In-Display-Sensoren der Oberklasse ist.

Display

Das 6,5 Zoll große TFT Display im 20:9 Format löst in FullHD+ auf. Die Frontkamera verbirgt sich unter einem Punchhole links oben. Die Bildwiederholfrequenz liegt bei maximal 60 Hz.

Als maximale Helligkeit konnte ich bei 335 Lux messen. Die Schwarzwerte lassen sich ab 6 unterscheiden, die Weißwerte bis 253. Im Multitouch werden alle zehn Finger erkannt.

Das Oppo A52 verfügt über ein Display im Einsteigerbereich, ist aber merklich heller, als die letzten einfachen Redmi-Geräten (ohne Note) oder dem des Poco M3. Es gibt keinen Grund, sich hier vom TFT Display abschrecken zu lassen. Im Einsteigerbereich muss man hier das Haupt nur vor dem Doogee N20 Pro beugen.

Software

Zum Zeitpunkt des Tests (31.05.2021) arbeitet das Oppo A52 auf Android 11 Basis unter der Oppo hauseigenen UI ColorOS in der Version 11.1 mit einem Sicherheitspatch vom 5. April 2021.

In Sachen Softwareupdates bin ich von der Software begeistert, denn den monatlichen Sicherheitspatch bekam es stets vor all meinen anderen Geräten. Auch in Sachen Individualisierung der Icons oder Gesten- und Schnellsteuerungen wird einem hier einiges geboten, ohne dass das System überfrachtet wirkt.

Ich hoffe, das der Leser dies nicht als abwertend empfindet, aber die Software und ihre Aktualisierung ist für mich die größte Stärke des Geräts.

Performance

Nicht nur in den Benchmarks, sondern auch in der tatsächlichen Nutzungserfahrung lässt sich die Performance des Oppo A52 durchaus mit der des Poco M3 vergleichen. Durchaus ist dies zufriedenstellend in der Alltagsnutzung, um den einen oder anderen Ruckler kommt man aber nicht herum.

Im Antutu Benchmark 8.5.3 erreicht das Gerät 181.376 Punkte, was dem 15. Platz von 26 getesteten Geräten seit November 2019 entspricht. Vermutlich ist es das letzte Gerät, was unter dieser Version getestet wird, denn der Benchmark hat die Version 9 herausgebracht. Auch im Geekbench 5 erreicht das Gerät 312 Punkte im Single-Core und 1275 Punkte im Multi-Core. Alle diese Werte bleiben unwesentlich hinter denen des Poco M3 zurück.

Lautsprecher

Die Leistung der Lautsprecher ist in der Summe in Ordnung. Man darf aber keine zu hohen Erwartungen an die genannten Stereosprecher haben. Zwar bleibt die maximale Lautstärke von 93,2 dBa nur knapp hinter dem Poco M3 zurück, dafür klingt es dann aber deutlich blecherner und weniger voll. Man liegt hier also auf keinen Fall vor jedem Monolautsprecher.

Die Telefoniequalität ist in jedem Fall in Ordnung, bei Videotelefonaten hatte ich allerdings zwischenzeitig Verzerrungen. Ob dies nun an der Aussteuerung der Lautsprecher oder dem WLAN-Empfang lag, vermag ich nicht zu beurteilen

Für Kopfhörer ist dann in Sachen Lautstärke wiederum positiv zu nennen, denn dieser wird mir schon bei über 60 % zu laut. Gesonderte Equalizereinstellungen gibt es allerdings nicht. Die mitgelieferten Kopfhörer habe ich nicht ausprobiert.

Kameras

Hauptkamera

Das Oppo A52 setzt auf einen 12,2 MP Hauptsensor (Spectra 165 mit ƒ/1.7 Blende), einen Ultraweitwinkelsensor 8 MP (f/2.2 Blende) eine 2 MP Makrolinse (f/2.4 Blende) und einen 2 MP Tiefensensor (f/2.4 Blende) auf der Rückseite. Auf der Frontseite ist eine 8 MP Kamera mit einer Blende von f/2.0 verbaut.

Lowlight Aufnahme mit der Hauptkamera

Verglichen mit den Einstiegsgeräten von Redmi kann Oppo bei der Hauptkamera in Sachen Farbdynamik in der Summe mehr punkten, dafür sind die Bilder in der aber weniger detailreich. Schaut man sich die Bilder nur auf dem Smartphone an, so wird man hier vermutlich mehr davon haben, bildet man sie auf einem größeren Bildschirm ab, so wir man den Redmi Geräten den Vorzug geben. Zoomen ist digital in den Stufen zweifach und fünffach möglich.

Ultraweitwinkel mit Finger im Bild

Der Ultraweitwinkel verliert im Vergleich zur Konkurrenz auf weniger im Farbprofil und weist auch einen geringeren Fisheye-Effekt auf. Dafür verliert man aber auch hier nochmals an mehr an Schärfe.

Nähert man sich mit der Hauptkamera Objekten auf kurze Distanz, so wird automatisch auf die Makrolinse umgeschaltet. Das erscheint mir von der Funktion her durchaus sinnvoll. Leider ist es mir im Rahmen des Testzeitraums aber nicht gelungen, hiermit ein brauchbares Bild zu knipsen.

Der Tiefensensor ermöglicht Bokehaufnahmen, allerdings nur, bei Personen im Bild. Der Ausschnitt funktioniert dabei jedoch sowohl bei der Front- als auch der Rückkamera schlechter, als bei vieler Konkurrenz.

Frontkamera im Portraitmodus

Die Frontkamera macht bei gutem Wetter aber schöne Bilder, auch hier gefällt mir die Farbwiedergabe. Sobald die Belichtung aber etwas schwächer wird, machen sich meines Erachtens größere Einschränkungen, als bei der Konkurrenz bemerkbar.
Videos lassen sich sowohl auf der Rückseite mit bis zu 4k und 30 Fps und auf der Frontseite mit bis zu 1080p Auflösung bei 30 Fps aufnehmen. Hier finde ich die Klangqualität der Audioaufnahme recht gut. Dafür ruckeln die Videos allerdings merklich. Videos, die man mit dem Ultraweitwinkel aufnimmt, haben dieses Problem nicht. Allerdings funktioniert dann der Autofokus nicht mehr.

Das Kameraerlebnis des Oppo A52 ist durchaus mit dem der Einsteigergeräte von Redmi vergleichbar. Hinter den Redmi Notes bleibt man dann aber schon merklich zurück. Wie bereits mehrfach genannt, liegt die Stärke der Linsen eher in der Farbdynamik, denn in der Schärfe.

Akkuleistung

Der Akkutest mit AkkuBattery gestaltete sich beim Oppo A52 als ineffizient. Denn die gemessenen Schreenon-Zeit lag in verschiedenen Tests zwischen 9:45 h und 17:30 h, der kombinierte Verbrauch zwischen 183-253 h. Das sind natürlich enorme Abweichungen, auch wenn ein gemittelte Wert von 13-14 h im Schnitt ein starker Wert wäre.

Für eine Stunde Youtube auf mittlerer Helligkeit verbrauche ich 8 %. Das ist ein guter Wert.

Mit dem mitgelieferten 18 Watt Netzteil lädt das Gerät nach AkkuBattery in einer Stunde um 30 % auf. Das ist allerdings recht langsam.

Konnektivitäten

Das Oppo A52 ist LTE-fähig und kompatibel mit den folgenden Bändern: 1/3/5/7/8/20/28/38/40. Eine Kompatibilität zu 5G fehlt.

Das Gerät verfügt über einen Dualsimslot. Man kann also gleichzeitig zwei Simkarten nutzen und den Speicher per Micro SD Karte zusätzlich erweitern. Der interne Speicher beläuft sich auf 64 GB, von denen einem per Werk 47,0 GB zur Verfügung stehen.

Im WLAN Test kann ich die volle Bandbreite nicht abrufen, dafür aber habe ich auf der Dachterrasse kaum einen Abfall der Übertragungsrate. Beides spricht dafür, dass das Gerät sich nur über das 2,4 GHz Netz verbindet. Der GPS Empfang (GPS-Test) findet auf meiner Loggia 39 Satelliten, von denen 27 benutzt werden und zu einer auf 3 m genauen Position kommen. Der Hardwarekompass funktioniert.

Das Gerät verfügt über einen USB-Typ-C-Anschluss. Wie bereits oben erwähnt verfügt das Gerät über einen 3,5 mm Klinkenausgang. Eine Blutooth Verbindung mit dem Anker Soundcore Boost funktionierte einwandfrei, auch über NFC.

Auf eine Benachrichtungs LED muss man verzichten.

Preis- und Preisleistung

Normalerweise bekommt man das Oppo A52 in Deutschland für um die 170 € was mir eindeutig als zu teuer erscheint. Zwischenzeitlich hat man aber immer wieder die Möglichkeit das Gerät für 140 € im Sale z.B. bei Amazon zu bekommen.

Während ich bei vielen anderen Einsteigergeräten immer eine Komponente vermisse, so ist dies beim Oppo A52 nicht der Fall. Ich könnte es problemlos selbst als Daily Driver verwenden.

Was mich bei dem Gerät stört ist der vergleichsweise hohe Preis, selbst im Angebot. Denn das Poco M3 oder das Redmi 9 bekommt man für teilweise 30-40 € weniger. Selbst das Redmi Note 9s gab es im Sale für 112 €, was auf dem Papier deutlich mehr zu bieten hat. Für eine Preisdifferenz von 30 € zum Poco M3 kann ich gerade noch Gründe für das Oppo A52 finden. Größer sollte diese aber nicht sein.

Fazit

Das Oppo A52 ist ein ausgewogenes und vollständiges Gesamtpaket. Der Preis von 139,99 € aus Deutschland erscheint mir dabei als angemessen bis günstig. Die große Stärke in dem Gerät ist, dass man auf nichts verzichten muss und über zuverlässige Softwareupdates verfügt.

Allgemein erscheint mir die Konkurrenz von Redmi und Poco aber sicher nicht schwächer. Sie ist aber in der Regel deutlich günstiger zu erhalten.


Björn WinterbergÜber den Autor
Björn Winterberg unterstützt das Team von Digitales für Einsteiger seit Januar 2020 unentgeltlich. Dabei betreut er die neu eingeführte Kategorie Smartphone-Tests, einem Hobby dem er seit 2018 nachgeht. Normal ist er beruflich an einem Hamburger Gymnasium als Lehrer in den Fächern Mathematik und Informatik tätig.
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