Smartphone Test

Redmi Note 8

Foto mit dem Redmi Note 8 Pro erstellt

Mit dem heutigen Test schaffen wir endlich das Ende der Redmi 8er Reihe. Denn nach dem Redmi 8 und dem Redmi Note 8 Pro steht heute das Redmi Note 8 auf dem Testplan.

Vorerwartungen

Das Redmi Note 7 war ein tolles Gesamtpaket. Für die neue Generation hängen daher die Erwartungen nicht gerade niedrig. Damals überzeugte das Gerät vor allem durch Design und Akkuleistung, aber auch die starke Hauptkamera in Relation zum Preis.

Nach der getesteten Pro Variante, die noch einmal mit besserer Hardware ausgestattet ist, bleibt aber im Vorherein die Frage: Warum soll man sich mit der schwächeren Variante abgeben? Und da kommt der Preis ins Spiel, der hier fast 80 € günstiger ist. Ob dies auch die Dimension ist, die das Redmi Note 8 schwächer ist, das wollte ich in meinem Test erfahren.

Verpackungsinhalt

Die in weiß gehaltene Verpackung des Redmi Note 8 zeigt oben auf der Verpackung eine weiße Version des Geräts, ähnlich, wie es auch bei der Pro-Variante gehandhabt wurde.

Neben dem Gerät befinden sich hier eine durchsichtige Silikonhülle, die wie auch die anderen 8er-Geräte, über einen Verschluss des USB-Ports verfügt, ein nicht individualisiertes Sim-Eject-Tool, ein USB-Typ-C- Ladekabel, ein europäisches Netzteil 5 V auf 2 A, sowie die Kurzanleitung und Garantiebedingungen in verschiedenen Sprachen, darunter auch deutsch.

Im Grunde ist es das, was die meisten Hersteller ihrem Gerät in dieser Preisklasse beilegen.

Design und Verarbeitung

Foto mit dem Redmi Note 8 Pro erstellt

Das Redmi Note 8 misst 157,9 mm x 75,0 mm x 8,0 mm (10,1 mm an der herausstehenden Kamera) bei einem Gewicht von 191 g (inklusive Simkarte).  Damit ist man in jeder Dimension kompakter, als die Pro-Variante. Wie bei dieser, so fällt mir aber auch hier die deutlich herausstehende Kamera auf. Ob dies 2020 ein Redmi-Trend ist, diese mit der Silikonhülle abschließen zu lassen, vermag ich nicht zu sagen. In meiner normalen Nutzung greife ich selten auf diese zurück, daher würde mich das stören. Mit dieser verschließt sie aber gut. Zwar sammelt sich auch bei diesem Gerät Staub um die Kamera herum, allerdings deutlich weniger, als noch beim Pro, vielleicht ist hierfür aber auch die für den Testgebrauch mehr genutzte Silikonhülle verantwortlich.

Der Unibody verfügt über einen Metallrahmen mit einer Glasrückseite und ist in blau mit einem Farbverlauf, der ähnlich dem Xiaomi Mi 8 Lite ist, aber weniger ist violette übergeht, gehalten.  Der Hersteller bezeichnet diesen als Neptune Blue. Alternativ bekommt man das Gerät auch in schwarz oder weiß. Alle drei Farben liegen preislich in etwa gleich. Verglichen mit der Pro-Variante ist die Rückseite nicht gebogen, sondern gerade. Hierdurch schmiegt es sich zwar nicht ganz so gut der Hand, rutscht aber deutlich weniger. Weiter sind die Kameras hier links und nicht mittig angeordnet, was den Vorteil hat, dass der Fingerabdrucksensor nicht an das Kameramodul anschließt. Dafür hat man durch diesen aber eine Kerbe auf der Rückseite.

Auf der rechten Seite befinden sich die Power Taste und die Lautstärkewippe. Die Tasten sind meiner Meinung nach aus Metall, haben aber einen guten Druckpunkt und wackeln nicht.

Auf der linken Seite befindet sich der Simschlitten. Auf der unteren Seite befindet sich der USB-Typ-C-Anschluss, sowie der Monolautsprecher und der 3,5 mm Klinkenanschluss.  Oben befindet der Infrarotsensor.

Wie üblich bei Xiaomi/Redmi hinterlässt die Verarbeitung einen sehr positiven Eindruck. Im bisherigen Testzeitraum konnte ich keine Kratzer auf Front- oder Rückseite feststellen. Die Farbe empfinde ich zwar nach meiner langen Nutzung des Mi 8 Lite nicht mehr als etwas besonderes, aber schick ist sie ohne Frage immer noch.

Entsperrmechanismen

Codes: Ja

Fingerabruchsensor: Ja (auf der Rückseite)

Face-Unlock: Ja

Alle Mechanismen funktionieren schnell und zuverlässig. Erstaunlicherweise funktioniert die Gesichtserkennung sogar zuverlässiger, als bei der Pro-Variante. Ebenfalls ließ sie sich nicht mit Hilfe eines Bildes austricksen.

Display

Das 6,3 Zoll große Full HD+ IPS LCD Display mit einer Water Drop Notch kommt auf eine maximale Helligkeit von 495,7 Lux und und hinterlässt einen guten Eindruck mit einer natürlichen Farbdarstellung.

Die Schwarzwerte lassen sich ab 9 unterscheiden, die Weißwerte bis 253 (gemäß Antutu Farbtest). Die Blickwinkelstabilität ist super. Im Multitouch werden alle zehn Finger parallel erkannt.

In Sachen Helligkeit bleibt man zwar etwas hinter dem Pro-Modell zurück, was man auch in der Nutzung bemerkt und nicht nur beim Ablesen der Messung, dafür ist man aber deutlich über dem Redmi 8 angesiedelt.

Software

Man höre und staune, in der Aktualität der Software hängt das Redmi Note 8 seinen großen Bruder aktuell ab. Denn der Sicherheitspatch ist aktuell vom 1. Januar 2020 (Stand: 5. März 2020) und somit einen Monat aktueller.

Ansonsten ist die MIUI Version mit 11.0.6.0 jedoch identisch, aber auch Android 9 hat man eine aktuellere Version. Eine nähere Beschreibung von MiUI halte ich hier nicht mehr für notwendig.

Wie immer überzeugt Redmi/Xiaomi hier mit einem toll aktualisiertem Softwarepaket und einem eigenen User Interface, das ich einfach mag.

Performance

Der verbaute Snapdragon 665 von Qualcomm mit seinen 3 GB Arbeitsspeicher liefert eine aktuell solide Mittelklassperformance und für alle Alltagsaufgaben vollkommen zufriedenstellend. Alternativ bekommt man das Gerät auch mit 4 GB Arbeitsspeicher. Verglichen mit dem Xiaomi Mi A3, das 4 GB Arbeitsspeicher hatte, empfinde ich es jedoch als langsamer. Damit ist es das erste Xiaomi Gerät, bei dem ich feststelle, dass der Arbeitsspeicher einen Einfluss auf die Performance hat. Möglicherweise liegt dies aber auch an der geringeren Auflösung des Mi A3 oder, dass dieses Mal das Stockandroid besser optimiert wurde.

Im Antutu Benchmark 8.2.4 komme ich auf 161656 Punkte, der Geekbench 5 misst 310 Punkte im Single-Core und 1231 Punkte im Multi-Core. Mein o.g. Eindruck wird also auch durch diese Werte bestätigt.

Auch im Bereich Spiele, macht sich dieser Unterschied bemerkbar. Denn während Domino oder Syberia zuverlässig laufen, muss man bei Asphalt 9 Legends, oder  Breakneck mit dem einen oder anderen Ruckler leben und auch längere Wartezeiten in Kauf nehmen. Das finde ich ein wenig verwunderlich, gab es solche Probleme beim Redmi Note 7 mit einem schwächeren Prozessor und gleichem Arbeitsspeicher seiner Zeit nicht.

Beim Laden von längeren PDFs (200 Seiten in Farbe) merkt man den Unterschied zu vergleichbaren Geräten jedoch nicht mehr.

Ich schließe bei meiner Kritik gegenüber der Performance jedoch nicht aus, dass sich meine Empfindung nach der regelmäßigen Nutzung des Redmi Note 8 Pro als Daily Driver stärker sensibilisiert hat und ich hier anspruchsvoller geworden bin. Andererseits bemerke ich diese Einschränkungen beim vergleichbaren Motorola One Macro, das in einem unserer folgenden Tests kommen wird, nicht.

Lautsprecher

Auch beim Monolautsprecher muss man qualitative Abstriche zur Pro-Variante machen. Zwar erreicht man mit 103,3 dBA einen sehr hohen Wert und eine höhere Maximallautstärke im Vergleich zum Pro, dafür blechert der Lautsprecher hier aber merklich und klingt auch nicht so voll.

Der Kopfhörerausgang ist leiser, als bei den meisten Xiaomigeräten, so dass ich schon auf 90 % gehen muss, um an meine Grenzen zu kommen. Die üblichen Equalizereinstellungen liegen auch bei diesem Gerät vor.

Die Telefoniequalität ist normal und hebt sich nur leicht nach oben von der Konkurrenz ab.

Kameras

Hauptkamera des Redmi Note 8

Frontkameraaufnahme im Bokehmodus mit dem Redmi Note 8Das Redmi Note 8 verfügt über eine Quad Kamera auf der Rückseite (48 MP Hauptkamera, 8 MP Weitwinkel, 2 MP Tiefensensor, 2 MP Makrokamera) und eine 13 MP Frontkamera.

Sofern man es nicht gesondert einstellt, interpoliert die Hauptkamera allerdings die 48 MP auf 12 MP herunter, um den verbrauchten Speicher zu komprimieren. Bei meinem Test gefiel mir sogar die komprimierte Variante ein wenig besser. Die Resultate von Haupt- und Frontkamera sind gut, erreichen aber nicht das Niveau des großen Bruders.

Keine Abstriche muss man im Bokehmodus machen, dieser funktioniert ebenso zuverlässig, wie gewohnt.

Aufnahme im Nachtmodus mit dem Redmi Note 8

Im Vergleich mit dem Lenovo Z5s gewinnt dieses in der Regel auf der Frontkamera, während das Redmi im Lowlight mehr zu bieten hat, in etwa ist das Niveau aber gleich.

Weitwinkelaufnahme mit dem Redmi Note 8

Größere Anstriche zum Redmi Note 8 Pro muss man beim 8 MP Weitwinkel machen. Hier braucht man schon ein sehr optimales Lichtverhältnis, um ein brauchbares Resultat zu bekommen. Ansonsten muss man häufig mit Unschärfe leben. Das ist merklich schwächer, als beim Pro

Makroaufnahme mit dem Redmi Note 8Zufriedener bin ich da schon wieder mit der 2 MP Makrokamera, denn diese erreicht durchaus das Niveau des großen Bruders. Auch wenn sich mir hier nicht ganz der Mehrwert zur Hauptkamera erschließt, erreichen die Bilder durchaus das gleiche Niveau, wie in der Pro-Version.

Im Grunde hat sich die Kameraleistung des Redmi Note 8 nicht großartig zum 7er verbessert, sieht man mal von den Lowlightaufnahmen ab und der Tatsache, dass man zwei Linsen hinzugewonnen hat. So groß ist der Mehrwert dieser aber nicht.

Betrachtet man die Kameras und ihre Summe im Hinblick darauf, was man dafür zahlt, so bleibt mir hier kein anerkennendes Nicken aus. Nach meinen ersten Einschätzungen des Motorola One Macro wird dieses in dieser Disziplin jedenfalls ordentlich den Hintern versohlt bekommen.

Akkuleistung

Screenshot aus der App AccuBattery

In der Summe kommt das Redmi Note 8 auf ähnliche Zahlen, wie die Pro Variante

Mit AccuBattery komme ich auf eine Screen On Zeit zwischen 10h 45min. Während dieser Wert sogar leicht über dem Pro liegt, komme ich für eine Stunde Youtube auf mittlerer Helligkeit auf einen Verbrauch von 10 %. Das sind zwei 2 % mehr, als noch beim 7er.

Die Standbyezeit liegt bei ungefähr 11 Tagen.

Insgesamt sind das zwar ganz gute Werte, aber bei weitem nicht so gut, wie ich sie aus der Redmi Note Reihe bislang gewöhnt bin. Das ist zwar schade, aber irgendwie auf Meckern auf hohem Niveau.

Konnektivitäten

Das Redmi Note 8 ist LTE-fähig und kompatibel mit den folgenden Bändern: B1/B2/B3/B4/B5/B7/B8/B20/​B38/B40.

Screenshot der Speicher Einstellungen nach InbetriebnahmeDer interne Speicher beläuft sich auf 32 GB, von denen einem per Werk 18,38 GB zur Verfügung stehen. Das Gerät verfügt über einen 3,5 mm Klinkenausgang. Alternativ bekommt man das Gerät auch mit 64 GB und 128 GB internem Speicher. Das Gerät verfügt über die Möglichkeit gleichzeitig zwei Simkarten und zusätzlich eine Speichererweiterung per SD-Karte zu nutzen.

Im WLAN komme ich bei einer Ausgangslage am Router mit 51,3 Mbit/s im Download und 11,1 Mbit/s im Upload auf folgende Zahlen:

  • Direkt vor dem Gerät: D: 44,3 Mbit/s, U: 9,99 Mbit/s
  • Ein Zimmer weiter: D: 43,9 Mbit/s, U: 10,2 Mbit/s
  • Auf dem Dach: D: 15,6 Mbit/s, U: 9,92 Mbit/s

Zwar sind die Downloadzahlen deutlich besser, als bei der Pro-Variate, dennoch wundert mich auch in diesem Test, warum der Download auf dem Dach einbricht, während der Upload noch bei voller Bandbreite läuft. Das ist merkwürdig.

Screenshot GPS-TestIm GPS Empfang (GPS-Test) findet das Gerät 32 Satelliten, von denen 20 benutzt werden, wodurch die Position auf 3 m genau bestimmt werden kann. Der Kompass funktionierte.

Das Gerät verfügt über einen USB-Typ-C-Anschluss und ist nicht NFC-fähig.

Das DRM Security Level steht auf L1, wodurch sich Streamingdienste, wie Amazon Prime Video oder Netflix auch auf 4k oder FullHD wiedergeben lassen.

Eine weiße Benachrichtigungs-LED befindet sich am oberen Rand des Geräts. Eine Kopplung des Infrarotsensor habe ich nicht durchgeführt.

Preis und Preisleistung

Das Redmi Note 8  in der Version 3 GB/ 32 GB konnte man im Januar für knapp über 120 € aus China beziehen. Der aktuelle Preis für die vorliegende Version in Deutschland liegt in etwa bei 160 €. Der Aufpreis für die Version 4 GB/64 GB liegt in etwa bei 30 € und bei 80 € für die 4 GB/128 GB Version. Damit erscheint mir der Aufpreis für die mittlere Variante gerechtfertigt, der für die große überzogen. Denn für einen Preis von 240 € bekommt man am Ende schon die Pro-Variante.

Für die knapp über 120 € haben wir ein sehr wertiges Gerät mit einer guten Kamera und immerhin vier Linsen auf der Rückseite. Auch die von mir hier kritisierte Performance bekommt man normal in Deutschland für diesen Preis sicher nicht.

Das Gesamtpaket ist insgesamt sehr rund und verlangt keine Kompromisse von einem.

Fazit

Auch im Vergleich zur Pro-Variante hat das Redmi Note 8 in jedem Fall seine Berechtigung. Man spart 80 € und muss gar nicht so viele Abstriche machen. Auch wenn man in fast allen Kategorien unterlegen ist, haben wir hier aber ein zufriedenstellendes Gesamtpaket, mit dem jeder durch den Tag kommt.

Wer also lieber 80 € sparen möchte, hat auch hier wieder alles, was man eigentlich braucht. Und auch wenn das 8er keine wirkliche Verbesserung zum 7er darstellt, so ist es wieder ein gelungenes Gerät.

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Björn WinterbergÜber den Autor
Björn Winterberg unterstützt das Team von Digitales für Einsteiger seit Januar 2020 unentgeltlich. Dabei betreut er die neu eingeführte Kategorie Smartphone-Tests, einem Hobby dem er seit 2018 nachgeht. Normal ist er beruflich an einem Hamburger Gymnasium als Lehrer in den Fächern Mathematik und Informatik tätig.
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