Smartphone Test | Redmi 10 by Xiaomi

Vorerwartungen

Seit dem Redmi 4x habe ich jede Generation der normalen Redmi Serie bislang im Test gehabt und war von dem normalen Einstiegsgerät der Xiaomi Tochter immer mehr als begeistert vom Preisleistungsverhältnis. Daher habe ich die Geräte auch bedenkenlos allen Menschen in meinem Umkreis empfohlen habe, so sie ein Smartphone für weniger als 130 € und zum Teil auch unter 100 € gesucht haben. Die Testberichte der 8ten und 9ten Generation finden sich dabei auch auf dieser Plattform.

Beim hier vorgestellten Redmi 10 war ich da im Vorwege durchaus etwas skeptisch. Denn im Vergleich zu meinem ersten Redmi Gerät liegt der Preis nun um über 55 % höher, wenngleich ich das Redmi 10 auch aus Deutschland bezogen haben. Gut, vielleicht der Deutschlandpreis  der Vorversionen auch bei 150 €, aber eine richtig günstigere Importchance zum Redmi 10 ist mir bislang leider nicht vor die Augen gekommen.

Ob das Gerät dennoch sein Geld wert ist, und ob man am Ende vielleicht doch den geringen Aufpreis zum Redmi Note 10 zahlen sollte, erfahren Sie in diesem Test.

Verpackungsinhalt

Im Großen und Ganzen ähnelt die Verpackungsinhalt dem, der Redmi Note Geräte:

Auch hier haben wir eine weiße Verpackung, die auf der Frontseite eine blaue und eine weiße Version des Geräts zeigt, sowie die Frontansicht. Die abgebildeten Informationen beschränken sich auf die Ausführung des Geräts und einem Verweis auf den Zugang zu den Google Apps.

Die Verpackung beinhaltet Sicherheitshinweise, Garantiebedingungen und eine Kurzanleitung in 14 Sprachen, darunter auch Deutsch. Es gibt ein Sim-Eject-Tool, eine Silikonschutzhülle in Transclear, ein USB-C- auf USB-A-Daten- und Ladekabel, sowie ein europäisches 22,5 Watt Netzteil. Eine Schutzfolie wurde im Vorwege angebracht.

Im Vergleich zur Note Serie ist der Verpackungsinhalt, bis auf das schwächer Netzteil identisch, was hier aber nicht ins Gewicht fällt, da das Redmi 10 nur mit 18 Watt beladen werden kann.

Design und Verarbeitung

Kaum Kompromisse zur normalen Noteserie muss man, in meinen Augen, beim Design machen:

Die Maße belaufen sich auf 161,9 mm x 75,3 mm x 8,8 mm (10,6 mm an der herausstehenden Kamera), bei einem Gewicht von 182 g (inklusive Simkarte). Damit liegt man in jeder Kategorie nur knapp über dem Redmi Note 10, obgleich das Display hier größer ist.

Die Rückseite liegt mir in Sea Blue vor. Die Farbe beschreibt einen Übergang von Silber in eine helles Blau und gefällt mir wirklich gut. Während ich mir bei der Rückseite sicher bin, dass sie aus Kunststoff besteht, kann ich beim Rahmen nicht einschätzen, ob nur die obere Schicht aus Kunststoff ist, oder der Rahmen insgesamt. Durch den glänzenden Farbverlauf ist das Gerät aber recht anfällig für Fingerabdrücke. Alternativ erhält man das Gerät auch in weiß oder schwarz zum gleichen Preis.

Auf der rechten Seite befinden sich die Power Taste, unter der sich auch der Fingerabdrucksensor verbirgt, sowie die Lautstärkewippe, die aus Metall sind, bombenfest sitzen und einen guten Druckpunkt haben. Auf der linken Seite befindet sich der Einzug für den Simschlitten. Am unteren Ende haben wir den USB-C-Ausgang, sowie einen der beiden Stereolautsprecher. Am oberen Ende finden wir den Infrarotstrahler und einen weiteren Stereolautsprecher.

Über eine IP-Zertifizierung verfügt das Gerät nicht.

Entsperrmechanismen

  • Codes: Ja
  • Fingerabdrucksensor: Ja (seitlich)
  • Face-Unlock: Ja

Alle Mechanismen funktionieren in angemessener Geschwindigkeit und erfüllen meine Bedürfnisse vollkommen.

Display

Das Redmi 10 bedient sich eines 6,5 Zoll großem IPS LCD Display mit einer maximalen Bildwiederholfrequenz von 90 Hz im 20:9 Format. Die Auflösung liegt bei FullHD+. Die Frontkamera verbirgt sich hinter einem oben zentral gelegenen Punchhole.

Die Schwarzwerte lassen sich im Graustufentest des Antutu Benchmark ab 4, die Weißwerte bis 253 unterscheiden. Im Multitouch werden alle zehn Finger gleichzeitig erkannt. Als maximale Helligkeit konnte ich 417,7 Lux messen, wobei im Großteil der Messung die maximale Helligkeit bei 268,9 Lux lag. Die adaptiver Helligkeit hat mir im gesamten Testzeitraum ausgereicht.

Verglichen mit der gesamten Redmi Note 10 Serie muss man hier auf ein Amoled Display verzichten, kann dafür aber eine maximale 90 Hz Bildwiederholfrequenz und eine größere Bildschirmdiagonale zurückgreifen.

Software

Zum Zeitpunkt des Testberichts (18. Januar 2022) arbeitet das Redmi 10 auf Android 11 Basis, unter der hauseigenen MiUI in der Version 12.5.11, mit einem Sicherheitspatch vom 1. Dezember 2021. Im Rahmen des Testzeitraums von fünf Tagen erhielt ich bereits ein Update. Allgemein ist zu sagen, dass sowohl die MiUI-Version, als auch der Sicherheitspatch vor meinen anderen Xiaomi Geräten liegen.

Alle Google Services funktionieren und zertifiziert.

Das DRM Widevine Level ist auf L1, wodurch sich Filme z.B. bei Netflix oder Amazon Video auf FullHD oder 4k streamen lassen.

Verschiedene Apps waren auf dem Gerät bereits vorinstalliert, ließen sich aber allesamt deinstallieren.

Performance

In Sachen Performance liefert man im Grunde die gleichen Werte, das Vorgängermodell Redmi 9. Hierzu muss ich allerdings sagen, dass mir Alltagsperformance des Helio G88 aus dem Hause Mediatek mit seinem 4 GB RAM mir an jeder Stelle ausreichte und vor allem keine Einbrüche zu verzeichnen hatte.

Im Antutu Benchmark in der Version 9.2.6. erreicht das Gerät 204.561 Punkte und damit den 13. Platz von bislang 15 getesteten Geräten entspricht. Aber, es läuft durch. Im Geekbench 5 erreicht es 327 Punkte im Single-Core und 1.272 Punkte im Multi-Core. Dies entspricht jeweils dem 24. bzw. 27. Platz, unter bisher 31 getesteten Geräten.

Die Alltagsperformance ist zufriedenstellend und wird auch durch die 90 Hz. Bildwiederholfrequenz unterstützt. Bei einfachen Spielen, wie X2 Blocks, konnte ich keine Einbrüche feststellen. Dennoch muss man hier festhalten, dass ein realme 8i oder ein Redmi Note 10, für kaum einen höheren Preis, eine deutlich bessere Performance bieten.

Lautsprecher

Stereolautsprecher in der Einstiegsklasse sind schon eine Seltenheit, auch wenn diese, meiner Erinnerung nach, nicht an die des Poco M3 herankommen und in jedem Fall deutlich schwächer sind, als die des Redmi Note 10 oder vor allem des Poco X3 Pro. Vor den Monolautsprechern der gleichen Preisliga hat man aber sicher die Nase vorne

Auch wenn die Lautsprecher bei einer Lautstärke von über 80 % deutlich zu blechern anfangen, erreichen sie eine stolze maximale Lautstärke von 97,4 dBa. Die genannten drei Geräte bieten hier aber eine deutlich bessere Klangqualität.

Die Telefoniequalität solide, aber ebenfalls eine Klasse hinter der Note Serie.

Der Kopfhörerausgang gefällt mir allerdings besser, als beim Poco X3 Pro. Hier brauche ich nur über die 70 % zu gehen, damit es mir zu laut wird.

Im System lassen sich zudem verschiedene Equalizereinstellungen sowohl für die Medienlautsprecher, als auch verschiedene Kopfhörermodelle von Xiaomi einstellen.

Kameras

Hauptkamera

Hauptkamera (Portraitmodus)

Das Redmi 10 setzt auf der Rückseite auf einen 50 MP Hauptsensor (unbekannt, ƒ/1.8), eine 8 MP Ultraweitwinkellinse (unbekannt, f/2.2) einen 2 MP Makrosensor (unbekannt, f/2.4) und eine 2 MP Tiefenlinse (unbekannt, f/2.4). Auf der Frontseite ist eine 8 MP Kamera (unbekannt, f/2.0) verbaut.

In der Summe ergeben sich damit wirklich ordentliche Bilder, die von der Qualität auch über dem Vorgängermodell liegen, aber noch deutlicher unter der Note Serie liegen. Wie schon bei den Vorgängermodellen kann man gerade mit der Hauptlinse in Kombination mit dem Tiefensensor gut arbeiten.

Auch die Ultraweitwinkellinse ist deutlich über dem, was die Konkurrenz im Einsteigerbereich bietet, ganz zu schweigen davon, dass ein realme 8i oder ein Poco M3 gar keinen solchen Sensor verbaut haben. Leider variiert die Farbdarsstellung hier aber deutlich von der Hauptlinse.

Ultraweitwinkellinse

Die Makrolinse hingegen ist nach meinen beiden Testaufnahmen nicht zu gebrauchen, jedenfalls dann, wenn man sich die Bilder auf dem großen Bildschirm anschaut.

Wie der Hauptkamera, so ergeht es auch der 8 MP Frontkamera. Auch hier attestiere ich in Sachen Schärfe und Farbdarstellung einen Sprung zum Redmi 9, muss aber auch hier einräumen, dass das Redmi Note 10 wiederum deutlich mehr zu bieten hat. Auch bei der Hauptkamera funktionieren die Portraitaufnahmen wieder gut. Im Grunde konnten hierauf aber immer aller Redmi Geräte vertrauen.

Videos lassen sich, auf auf beiden Seiten mit maximal 1080p und 30 Fps aufnehmen. Dabei ist die Tonqualität bei Aufnahmen auf der Rückseite deutlich hochwertiger und auch die Farbechtheit überzeugt mir mehr.

Frontkamera (Portraitmodus)

Akkuleistung

Wie beim Auto, so ist es auch beim Smartphone. Denn auch hier verhilft eine geringere Leistung häufig zum geringeren Verbrauch. So verhält es sich auch beim Helio G88 in Kombination mit dem 5.000 mAh großem Akku.

Gemäß AccuBattery komme ich auf eine Bildschirm an Zeit von nur 15h 14min und einen kombinierten Verbrauch von 111h und 47min, als mitlaufendes Testgerät. Unter dieser Nutzung habe ich die adaptive Helligkeit bei voller Bildwiederholrate verwendet und zum Großteil gespielt. Unter 60 Hz habe ich das Gerät nicht getestet. Gerade bei der Screen-On-Zeit habe ich lange keinen so hohen Wert mehr gemessen.

Noch besser sieht es beim Konsum von Videos aus. Für eine Stunde YouTube auf mittlerer Helligkeit verbraucht das Gerät nur 4 % (2 % in 30 min). Das ist bislang mein Bestwert.

Mit dem mitgelieferten 22,5 Watt Netzteil (das Gerät lässt nur 18 Watt Ladung zu) lädt das Gerät in 29 min um 30 % auf. Bei einer Hochrechnung wäre es also in unter 100 min von 0-100 % geladen.

Ohne Zweifel hat man es in dieser Kategorie einfach geschafft. Dies sind seit langem die besten Verbrauchszahlen.

Konnektivitäten

Das Redmi 10 ist LTE-fähig und kompatibel mit den folgenden Bändern: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 17, 20, 28, 32, 38, 40, 41, und 66. Ein Kompatibilität zu 5G fehlt.

Das Gerät verfügt über einen Dualsimslot. Zusätzlich kann der Speicher auch noch per Mico SD Karte erweitert werden. Der interne Speicher beläuft sich auf 64 GB, von denen per Werk 41 GB frei zur Verfügung stehen. Eine Variante mit 128 GB Festspeicher erhält man für einen Aufpreis von 20-50 €. Über 30 € wäre ich an Aufpreis aber nicht bereit zu zahlen.

Beim WLAN Empfang kann ich zwar vor dem Router die volle Bandbreite in Down- und Upload abrufen, bereits ein Zimmer weiter sind es aber nur noch 50 % und auf dem Dach nur noch ein Drittel. Im Upload liegen die Zahlen noch etwas höher.

Der GPS Empfang (GPS-Test) findet auf meiner Loggia 40 Satelliten, von denen 23 benutzt werden und zu einer, entgegen dem Screenshot, auf 2 m genauen Position kommen. Der Hardwarekompass funktioniert.

Das Gerät verfügt über einen USB-Typ-C-Anschluss. Wie bereits oben erwähnt verfügt das Gerät über einen 3,5 mm Klinkenausgang und ist gemäß Einstellungen NFC-fähig, wodurch man es zum kontaktlosen Zahlen nutzen kann. Da sich mein Testzeitraum auf 5 Tage begrenzte, muss ich eine Überprüfung von NFC, Blutooth und des Infrarotsensors schuldig bleiben.

Verzichten muss man hingegen auf eine Benachrichtigungs-LED. Dies ist ein Trend, der mir nicht so recht einleuchtet, da ich nicht glaube, dass diese viel kostet.

Preis- und Preisleistung

Die UVP des Redmi 10 liegt bei knapp unter 170 €, wobei man es direkt bei Xiaomi auch häufig für 10 € weniger angeboten kriegt. Bessere Angebote konnte ich aber auch als Import nicht finden, so dass sogar seinerzeit für das Redmi Note 10 weniger gezahlt habe.

Wenn ich bei der Bewertung des Preisleistungsverhältnis die Inflation, die Tatsache, dass das Gerät aus Deutschland bezogen wurde und die recht gleichbleibende Preisspanne zu den Note-Geräten im Auge behalten, so liefern das Standard-Redmi eigentlich auch in diesem Jahr ab.

Im Vergleich zum Redmi 9 bietet man eine längere Akkulaufzeit, Stereolautsprecher, schnelleres Laden und ein leicht besseres Display bzw. Kameraleistung. Da ich damals Glück im Preis hatte, kann man hier durchaus 30 € mehr hinlegen. Und, es fehlt mir persönlich bei diesem Gerät an nichts!

Fazit

Für 160 € aus Deutschland ist das Redmi 10 ein gutes Gerät, Punkt. Ich wüsste auch nicht, welches vernünftige Gerät man derzeit günstiger erhalten kann.

Leider kann ich nicht darüber hinwegsehen, dass die Serie im Vergleich zum Redmi 4X mittlerweile einen um 55 % höheren Preis hat und ich das Redmi Note 10 für sogar billiger erhalten habe. Ein wirklich gutes Sonderangebot zum Redmi 10 fehlt mir bislang einfach, auch als Import. Daher warne ich davor, nur weil man immer gute Erfahrungen mit einem Golf als günstigem Wagen gemacht hat, dass er es auch immer bleiben wird.

Für 30 € Aufpreis würde ich daher jedem zum Note raten, es sei denn das größere Display und die längere Akkuleistung, sowie der Preisgewinn sind für einen selbst enorm wichtig. Auch das realme 8 oder das realme 8i sind heiße Konkurrenten für einen geringen Aufpreis.

Trotzdem das vorab geschriebene vielleicht zu negativ klingt, möchte ich hier nochmal betonen: Im Normalfall erhält man aktuell für den vorgestellten Preis kein besseres Gerät. Man müsste dann also zu etwas Aufpreis bereit sein, oder auf ein gutes Angebot warten können.


Björn WinterbergÜber den Autor
Björn Winterberg unterstützt das Team von Digitales für Einsteiger seit Januar 2020 unentgeltlich. Dabei betreut er die neu eingeführte Kategorie Smartphone-Tests, einem Hobby dem er seit 2018 nachgeht. Normal ist er beruflich an einem Hamburger Gymnasium als Lehrer in den Fächern Mathematik und Informatik tätig.
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