Vorerwartungen

Nachdem hier mit dem Redmi 9a zuletzt ein wirkliches Budget Smartphone vorgestellt wurde, folgt an dieser Stelle mit dem Poco F3 5G endlich mal wieder ein Gerät mit ansatzweise Flagschiffkomponenten. Denn im Inneren ist tatsächlich ein Qualcomm Snapdragon 870 verbaut.

Im vergangenen Jahr galten das Redmi Note 10 Pro und eben das hier vorgestellte Poco F3 5G als die Preisleistungsknüller, wobei das Redmi Note 10 Pro in Sachen Kamera und Akku die Nase vorn haben sollte, während das hier vorgestellte Poco F3 5G mit dem besseren Prozessor und 5G-Kompatibilität daherkommt.

Da ich das Gerät nun für den bisher gesehenen Bestpreis von unter 230 € erhalten konnte, schlug ich zu. Ob das Gerät auch im Jahr 2022 noch ein toller Deal ist, erfahren Sie in diesem Bericht.

 

Verpackungsinhalt

Auch die Verpackung des Poco F3 5G bleibt dem klassischen Poco-Stil in Schwarz und Gelb treu. Dieses Mal ist der Karton in Schwarz und die Schrift in Gelb. Beim Poco M4 Pro 5G war dies genau umgekehrt. Darstellungen des Geräts gibt es keine und Spezifikationen des Geräts wurden aufgeklebt.

Der Verpackung enthalten sind neben dem Gerät: Garantiebedingungen, Quick Start Guide und Sicherheitsinformationen in jeweils 14 Sprachen, darunter auch Deutsch. Anzumerken ist hierbei, dass die Garantiebedingungen mit einem Xiaomi Logo versehen sind, während Sicherheitsinformationen und Quick Start Guide mit einem Poco Logo versehen sind. Weiter gibt es einen Poco Stickerbogen und eine englisches Willkommensschreiben. Zudem gibt es ein Sim-Eject-Tool, ein USB-C auf USB-A-Daten- und Ladekabel, ein europäisches 33 Watt Netzteil, einen USB-C auf 3,5mm Adapter und eine Schutzhülle in Transclear. Bereits im Vorwege wurde eine Schutzfolie auf das Gerät angebracht. Diese erlitt im Rahmen des Testzeitraums leider einen Kratzer.

Gegenüber den Redmi Geräten bietet Poco hier grundsätzlich den gleichen Verpackungsinhalt, abgesehen von dem Klinkenadapter, dem zusätzlichen Stickerbogen und dem Willkommensschreiben. Ob mir die Verpackung besser gefällt, als bei bei anderen Produkten mit Produktdarsteller, vermag ich nicht genau zu sagen.

 

Design und Verarbeitung

Die Maße des Poco F3 5G belaufen sich auf 163,5 mm x 76,3 mm x 8,1 mm (10,00 mm an der herausstehenden Kamera), bei einem Gewicht von 197 g (inklusive Sim-Karte). In etwa sind das die gleichen Maße, wie wir sie auch beim Redmi Note 10 Pro haben.

Rahmen und Rückseite des Geräts liegen mir in Midnight Silver vor. Auf der Rückseite sind verschiedene geometrische Flächen in unterschiedlichen Silbertönen gefärbt. Allen muss ich lassen, dass man Fingerabdrücke kaum sieht. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich nicht lieber nur eine der drei Varianten auf der Rückseite gehabt hätte. Alternativ bekommt man das Gerät auch in Schwarz, Weiß und Blau. Preislich machen die Farben in meinen Augen keinen Unterschied.

Vom Material her besteht der Rahmen aus Metall, Vorder- und Rückseite aus Gorilla Glas 5.

Auf der rechten Seite befindet sich die Power Taste (mit integriertem Fingerabdrucksensor) und die Lautstärkewippe. Die Tasten sind aus Metall, sitzen bombenfest und haben einen ordentlichen Druckpunkt. Die linken Seite Seite ist clean. Am unteren Ende haben wir den USB-C-Anschluss, den Simschlitten, ein Mikrofon und einen der beiden Stereolautsprecher. Oben finden wir ein weiteres Mikrofon und den zweiten Stereolautsprecher.

Es liegt keine IP-Zertifizierung vor.

Im Testzeitraum blieben Rahmen und Rückseite frei von Kratzern.

Rein haptisch habe ich das Gerät tatsächlich lieber in der Hand, als meinen Daily Driver, das Xiaomi 11T. Ich glaube, das liegt daran, dass es ein wenig dünner ist. Allgemein kann ich auch hier weiterhin betonen, dass sich Glas einfach wertiger anfühlt, als Kunststoff. Wer sein Gerät aber in einer Schutzhülle verwendet, für den wird das gleich sein.

 

Entsperrmechanismen

  • Codes: Ja
  • Fingerabdrucksensor: Ja (seitlich)
  • Face-Unlock: Ja

Alles Sensoren funktionieren zuverlässig und schnell.

 

Display

Im Poco F3 5G ist ein 6,67 Zoll große Amoled Panel im 20:9 Format verbaut. Dieses löst in FullHD+ auf und bietet eine maximale Bildwiederholfrequenz von 120 Hz. Die Frontkamera verbirgt sich in einem zentral gelegenen Punchhole.

Im Farbstufentest des Antutu Benchmark konnte ich, bei maximaler Helligkeit, einen Wert von 711,6 Lux messen. Meinen Erinnerungen nach ist dies bislang der Bestwert. Die Schwarzwerte lassen sich ab 5 unterscheiden, die Weißwerte bis 253. Im Multi-Touch werden alle zehn Finger parallel erkannt.

Bei der Einstellung der Bildwiederholfrequenz hat man lediglich die Auswahl zwischen 60 Hz und 120 Hz. Eine adaptive Lösung, wie beim realme GT Master Edition, gibt es also nicht.

Da es sich um ein Amoled Panel handelt, lässt sich auch ein Always On Display einstellen. Dies funktioniert hier auch gut. Man hat zudem die Möglichkeit dieses nur zu bestimmten Zeiten anzulassen.

Abgesehen davon ist das Display ein wirkliches Highlight des Geräts. Ob man einen Unterschied zum realme GT Master Edition oder Redmi Note 10 Pro ohne Messgeräte bemerkt, vermag ich aber nicht zu sagen.

 

Software

Zum Zeitpunkt des Tests arbeitet das Poco F3 5G auf Android 12 Basis, unter der hauseigenen MiUI in der Version 13.0.7. Der Sicherheitspatch ist vom Juni 2022 (Testbericht vom 28.07.2022). Hierzu muss ich bemerken, dass Xiaomi früher seine Sicherheitspatches regelmäßiger pflegte und die Redmi- und Xiaomi-Geräte offenbar schneller und regelmäßiger updaten als Poco dies tut.

Das DRM Security Level liegt auf L1, wodurch sich Videos auf Netflix oder Prime Video in 1080p und 4k streamen lassen.

Poco bietet die volle MiUI, stellt allerdings den Poco Launcher als Systemlauncher ein, so dass man voreingestellt einen App Drawer hat.

Diverse Apps waren auf dem Gerät vorinstalliert, ließen sich aber alle deinstallieren. Ich muss diesmal allerdings die Datenmenge schuldig bleiben. Die in anderen Geräten deinstallierten 1,7 GB halte ich aber auch hier für realistisch.

Nerviger finde ich, dass mir auch weiterhin in meinen angelegten gruppierten Apps Vorschläge gemacht werden, was für Apps ich noch installieren könnte. So etwas hatte ich bislang bei keinem anderen Gerät, und ich habe noch keine Möglichkeit gefunden, dies zu deaktivieren.

 

Performance

Bestwerte liefert das Poco F3 5G aber vor allem in der Performance. Hier lässt selbst meinen aktuellen Daily Driver, das Xiaomi 11T, hinter sich und das für fast den halben Preis. Der Snapdrageon 870 aus dem Hause Qualcomm mit seinen 6 GB RAM liefert ab. Ich komme nicht umhin, dies sogar in der Alltagsperformance und nicht nur in den Benchmarks festzustellen. Alles läuft wirklich extrem flüssig.

Im Antutu Benchmark in der Version 9.3.6. erreicht das Gerät 678.805, was fast 100.000 über dem zweitplatzierten Gerät ist. Im Geekbench 5 erreicht es 948 Punkte im Single-Core und 2.995 Punkte im Multi-Core. Dies entspricht dem ersten bzw. zweiten Platz von bislang 38 getesteten Geräten.

Für 230 € ist es der Wahnsinn, was man hier geboten bekommt.

 

Lautsprecher

Eine starke Leistung liefern auch die Stereolautsprecher ab. Als maximale Lautstärke von 102,7 dBa messen. Dabei klingen sie auch bei maximaler Leistung deutlich weniger blechern, als bei anderen Geräten.

Die Telefoniequalität ist in Ordnung und ein wenig besser, als z.B. beim Samsung Galaxy M22 oder Redmi Note 11. Dies ist aber keine Dimension, die mir den Aufpreis wert wäre.

Der Kopfhörerausgang über den USB-C Anschluss bietet eine ordentliche Leistung. Der Klang wird mir hier erst bei über 90 % zu laut. Das ist über den direkten 3,5mm Klinkenausgang bei anderen Geräten in der Regel früher der Fall. Allerdings habe ich den mitgelieferten Adapter verpackt gelassen und einen eigenen verwendet.

Bei den Equalizereinstellungen profitiert man nur zum Teil von MiUI. So kann man zwischen vorgefertigten Profilen wählen oder auch manuelle Einstellungen vornehmen. Die vorgefertigten Einstellungen für verschiedene Xiaomi Kopfhörer Modelle lassen sich aber nicht anwählen.

 

Kameras

Hauptkamera

Hauptkamera mit Bokeheffekt

Das Poco F3 5G setzt auf der Rückseite auf ein Triplekamera Setup. Es wurden eine 48 MP Hauptkamera (Sony IMX 582, f/1.79), eine 8 MP Ultraweitwinkellinse (Sony IMX 355, f/2.2) und eine 5 MP Makrolinse (Samsung S5K5E9, f/2.4) verbaut. Auf der Frontseite verbirgt sich ein 20 MP Sensor (Samsung S5K3T2, f/2.45).

Vergleicht man die Resultate nun mit denen des Redmi Note 10 Pro, so gebe ich anderen Testern recht, dass die Resultate des Hauptsensors nicht ganz das Niveau des genannten Konkurrenten erreichen, ohne aber in einer gänzlich anderen Liga zu spielen.

Durchweg verfügt aber gerade der Hauptsensor über eine wirklich gute Qualität und liefert auch bei schlechten Belichtungsverhältnissen noch immer brauchbare Resultate. Bokehaufnahmen funktionieren hier, wie schon beim Poco M4 Pro 5G, auch ohne einen extra verbauten Tiefensensor.

Hauptkamera im Lowlight

Deutliche Abstriche muss man, gerade bei schlechten Belichtungsverhältnissen, beim Ultraweitwinkelsensor hinnehmen. Das war aber im Grunde auch beim Redmi Note 10 Pro der Fall, welches auf den gleichen Ultraweitwinkelsensor setzt. Dennoch bietet der Sensor einen Mehrwert, wenn man mal nicht noch einen weiteren Schritt nach hinten gehen will.

Ultraweitwinkel

Makroaufnahme

Trotz der 5 MP kann ich dem verbauten Makrosensor aber keine bessere Qualität bescheinigen, als den 2 MP des Redmi Note 10 Pro. Bislang war dies aber auch bei keinem Gerät wirklich der Fall.

Der verbaute 20 MP Selfiesensor aus dem Hause Samsung macht ordentliche Aufnahmen, erreicht in meinen Augen aber nicht ganz das Niveau des 16 MP Sony Sensors im Redmi Note 10 Pro. Portraitaufnahmen funktionieren aber auch hier gut. In meinen Augen ist der Qualitätsverlust bei schlechten Lichtbedingungen hier aber deutlicher zu bemerken.

Frontkamera im Portraitmodus

Videos lassen sich auf der Rückseite in maximal 4k und 30 Fps oder 1080p und 60 Fps aufnehmen. Nutzt man die Ultraweitwinkellinse ist man auf 1080p und 30 Fps beschränkt. Auf der Frontseite ist dies mit bis zu 1080p und 60 Fps möglich. Die Videos überzeugten mich dabei vor allem durch einen schönen Klang, bei dem Dolby Atmos möglich war.

In der Summe bekommt man ein ordentliches Kamerasetup, wobei ich andere Testern Recht bestätigen muss, dass man tatsächlich nicht ganz an das Niveau des Redmi Note 10 Pro herankommt.

 

Akkuleistung

Für ein Gerät, dass mit einer Bildwiederholfrequenz von 120 Hz arbeitet, kommt das Poco F3 5G auf ordentliche Werte und kann die Konkurrenz durchaus ein wenig in den Schatten stellen und das trotz eines nur 4520 mAh großen bzw. kleineren Akkus.

AccuBattery misst eine Screen On Zeit von 8:05 h und einen kombinierten Verbrauch von über 100 h. Zur Erinnerung: Das Poco X3 Pro kam trotz 5000 mAh Akku nur eine eine Screen On Zeit von 6:37 h.

Für eine Stunde YouTube auf mittlerer Helligkeit und Lautstärke verbrauche ich den Spitzenwert von lediglich 3 %. Das ist bislang der beste Wert.

Mit dem beigelegten 33 Watt Netzteil lädt das Gerät in etwa 60 min von 0-97 % auf.

Zusammengefasst ist das eine normale 33 Watt Ladezeit und ein extrem guter YouTube Verbrauch.

 

Konnektivitäten

Das Poco F3 5G ist LTE- und, wie auch der Name verrät, 5G-fähig und kompatibel mit den folgenden Bändern: 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12, 17, 20, 28, 38, 40, 41, 66, 77 und 78.

Das Gerät verfügt über einen Dualsimslot. Man kann also gleichzeitig zwei Simkarten nutzen. Eine Erweiterung des Speichers ist hingegen leider nicht möglich. Der interne Speicher des Geräts beläuft sich auf 128 GB, von denen per Werk 107,1 GB frei zur Verfügung stehen. Durch die Deinstallation der vorinstallierten Apps lassen sich noch weitere GBs gewinnen. Alternativ bekommt man das Gerät auch mit 8 GB RAM und 256 GB Speicher für einen Aufpreis von etwa 50 €. Das sollte man sich mangels Speichererweiterung durchaus überlegen. Selbst brauche ich einen so großen Speicher aber nicht auf meinem Gerät.

Beim WLAN Empfang erreiche ich, egal ob direkt vor dem Gerät oder auf meinem Dach, über 90 % der Bandbreite im Download und über 80 % der Bandbreite im Upload.

Bemerkenswert finde ich auch den GPS Empfang. Denn hier findet das Gerät (GPS Test) satte 61 Satelliten (so viele wurden bei keinem anderen Gerät bislang gefunden) von denen 19 genutzt werden, um auf eine 3m genaue Position zu kommen. Der Hardware Kompass funktioniert.

Das Gerät verfügt über einen USB-C-Anschluss, verzichtet aber auf einen 3,5 mm Klinkenausgang und den Xiaomi üblichen Infrarotsensor. Eine Blutooth Verbindung mit dem Anker Soundcore Boost verlief problemlos, auch über das verbaute NFC.

Eine Benachrichtigungs LED liegt nicht vor, dies wird stattdessen über das Always On Display gelöst.

 

Preis- und Preisleistung

Das Poco F3 5G bekommt man in der vorliegenden Version in der Regel für 280 €. Der bislang gesehene Spitzenpreis liegt bei knapp 230 €.

Für die 230 € ist es einfach der Wahnsinn, was für eine Performance, was für ein Display und was für Lautsprecher man hier geboten bekommt. Zudem muss man auch in keiner anderen Kategorie Abstriche gegenüber der preislich vergleichbaren Konkurrenz machen. Auch für die 280 € ist das gebotene immer noch ein wirklich guter Deal.

 

Fazit

Ich überlege tatsächlich, ob ich das Poco F3 5G als Diensttelefon übernehmen soll. Für den hier vorliegenden Bestpreis ist es ein toller Deal, ohne Frage.

Wenn ich nun zum Vergleich mit dem Redmi Note 10 Pro zurückkomme, so würde ich bei Smartphones in der Tat als gleichwertig bezeichnen. Man trifft die Wahl zwischen Kamera oder Performance. In der Regel bekommt man das Redmi Note 10 Pro zu einem günstigeren Preis, so dass ich daher diesem Gerät dann den Vorzug geben würde. Bei gleichem Preis würde ich aber zum Poco greifen. Denn am Ende macht mir die schnellere Performance doch mehr Spaß, als die leicht bessere Kamera.

Meinen größten Kritikpunkt würde ich dieses Mal an der Software ansetzen. Denn hier ist mir aufgefallen, dass Updates auf anderen Xiaomi Produkten regelmäßiger kommen und man mit weniger Werbung vollgepumpt wird.

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