Vorerwartungen
Das Nothing Phone (3a) Lite, ist das bislang günstigste Smartphone des Herstellers, das tatsächlich unter dem Label Nothing läuft. Klar gibt es auch zwei Generationen von CMF Phones, von denen hier bereits das CMF Phone 1 vorgestellt wurde, aber diese laufen halt nicht unter dem Namen der Hausmarke.
Das Nothing Phone (3a) Lite wurde am 4. November 2025 zu einer UVP von unter 250 € auf den Markt gebracht, was kaum teurer ist, als die aktuelle einfache Redmi Note Generation. Für diesen Preis erhalten wir ein 6,77 Zoll großes AMOLED Panel, den Dimensity 7300 Pro 5G als Prozessor, sowie ein Triplekamerasetup mit einer 50 MP Hauptlinse und einem 8 MP Ultraweitwinkel, sowie einen 5.000 mAh großen Akku.
All das findet man in der Preiskategorie der UVP schon lange, allerdings habe ich das Gerät mittlerweile für unter 160 € erstanden. Setzt man das jetzt in Verbindung damit, dass man hier fast alle Nothing Features bekommt, wird es wirklich interessant.
Verpackungsinhalt
Wer ein Auto kauft, der erwartet für einen höheren Preis eine bessere Ausstattung. Beim Smartphone ist das, im Bezug auf den Verpackungsinhalt, generell bei allen Herstellern anders, denn hier wird gerade bei günstigeren Geräten die Ausstattung erweitert. So ist das auch beim Nothing Phone (3a) Lite gegenüber meinem, als Dienstsmartphone genutztem, Nothing Phone (3a). Tatsächlich bekommen wir hier ein Upgrade:
- eine vorinstallierte Schutzfolie,
- ein weißes USB-C auf USB-C Daten- und Ladekabel,
- dem Nothing-typischen Sim-Eject-Tool,
- Sicherheitsinformationen in verschiedenen Sprachen, darunter Deutsch,
- einen QR-Code zum Quick Start Guide,
- ein Energiezertifikat
- und einer Schutzhülle in Transclear.
Üblicherweise fehlt bei Nothing das Netzteil, aber immerhin liegt hier die Schutzhülle bei.
Der Karton ist schwarz gehalten und zeigt in meinem Fall auch meine Farbvariante. Der Karton ist allerdings weniger wertig, wie bei den teureren Versionen und ist mit eben bei der Testöffnung eingerissen.
Design und Verarbeitung
Die Maße des Geräts erreichen 163,9 mm x 78,0 mm x 8,9 mm (10,1 mm am Kameramodul), bei einem Gewicht von 199 g (inklusive Simkarte). Verglichen mit dem zuletzt getesteten OnePlus Nord 5 ist man damit, trotz des kleineren Akkus, in allen Dimensionen größer.
Am oberen Ende des Geräts finden wir lediglich ein Mikrofon. Auf der rechten Seite befindet sich die Power-On-, sowie die Essential-Space-Taste. Am unteren Ende finden wir den Simschlitten, ein weiteres Mikrofon, den USB-C-Anschluss und den Monolautsprecher. Auf der linken Seite befindet sich die Lautstärkewippe. Rahmen und Taste sind in meinen Augen aus Kunststoff. Die Rückseite besteht, auch nach Herstellerangaben, aus Glas.
Mir liegt das Gerät in Black (also Schwarz) vor. Anderen Farben sind White und Blue, womit Nothing auch hier seinem klassischen Farbschema treu bleibt. Letztere Farbe ist allerdings nur in der höheren Speicherausbaustufe wählbar und wurde von mir, ausgenommen beim Hersteller, noch nicht auf dem deutschen Markt gesehen. Allgemein haben wir es in der schwarzen Variante auch hier mit einem Fingerabdruckmagneten zu tun. Das war aber auch schon beim ersten Nothing Phone nicht anders.
Rein vom Design erhalten wir die typische transparente Nothing-Rückseite. Wir müssen allerdings auf die übliche Glyph aus mehreren LED-Lampen verzichten, sondern bekommen lediglich ein sogenanntes LED Licht, also nur einen Spot. Auch dieses lässt sich zwar in seiner Frequenz programmieren und ist damit ähnlich funktionell, allerdings klar weniger cool.
In Sachen Bildschirmrändern bekommt das Gerät von einem Honor 400 Lite, das ich hier quasi für den gleichen Preis vorgestellt habe, aber allerdings den Hintern versohlt. Es ist aber das Übliche, was man in dieser Preiskategorie aktuell erhält, wie z.B. auch bei einem Redmi Note 14 4G.
Das Gerät ist, gemäß Herstellerangaben, nach IP54 gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Das Frontdisplay besteht aus Panda Glass.
Im Rahmen des Testzeitraums blieb das Gerät frei von Kratzern.
Rein vom Design her ist das dem Preis angemessen. Man sollte hier schauen, worauf man Wert legt. Positiv sind hier die Glasrückseite und das individuelle Design zu nennen. Andere Hersteller punkten aber mit kleineren Bildschirmrändern oder höherer Zertifizierung gegen das Eindringen von Staub und Wasser.
Entsperrmechanismen
- Codes: Ja
- Fingerabdrucksensor: Ja (optisch, unter dem Display)
- Face-Unlock: Ja
Die Entsperrmechanismen funktionieren zuverlässig und dem Prozessor entsprechend schnell, auch mit der Schutzfolie.
Display
Im Nothing Phone (3a) Lite wurde ein planes, 6,77 Zoll großes, AMOLED Panel mit einer Auflösung von 1084 x 2392 (Pixeldichte: 387 ppi) und einer maximalen Bildwiederholrate von 120 Hz verbaut. Die Frontkamera verbirgt sich hinter einem zentral gelegenen Punchhole.
Im Graustufentest des Antutu Benchmark lassen sich die Schwarz- und Weißwerte von 2-252 unterscheiden. Im Multitouch werden alle zehn Finger parallel erkannt. Als maximale Helligkeit konnte ich 981,9 Lux messen. Der Hersteller spricht von einer Spitzenhelligkeit von 3.000 Nits. Auch wenn die zuletzt gemessenen Werte eines Honor 400 Lite oder OnePlus Nord 5 etwa 100 Lux höher liegen, bekommen wir es hier doch mit Werten zu tun, die man vor Jahren noch nicht im Flagschiff vorfand.
Ein klarer Pluspunkt ist hier das vollwertige Always-On-Display, dass sich eben nicht, wie bei vielen Mitbewerbern, nach 10s deaktiviert, sondern wirklich aktiviert bleibt.
Software
Zum Zeitpunkt des Tests (19. Oktober 2026) arbeitet das Nothing Phone (3a) Lite auf Android 16 Basis, mit einem Sicherheitspatch vom 1. August 2026. Darüber liegt das hauseigene Nothing OS in der Version 4.1.
Das Gerät wurde mit Android 15 ausgeliefert. Nach Herstellerangaben soll es drei Jahre Systemupdates und sechs Jahre Sicherheitsupdates bekommen.
Wo alle bisher getesteten Nothing Phones stets ohne Bloatware auskamen, ist dies beim Nothing Phone (3a) Lite leider nicht mehr ganz der Fall. Denn Facebook, Instagram und TikTok sind nun voristalliert, lassen sich aber vollständig deinstallieren. Das ist immer noch deutlich weniger, als bei den meisten anderen Herstellern, aber durchaus als Rückschritt zu sehen. Frei von Werbung bleibt aber weiterhin das System.
Nothing OS bietet zudem die Möglichkeit eines eigenen Designs im Retrostil, sowie zahlreiche System Widgets, die auch auf diesem günstigsten Vertreter des Herstellers vollständig verfügbar sind. Und die finde ich persönlich wirklich cool.
Auch der Essential Space, eine KI-gesteuerte Plattform für Screenshots und Notizen, die man mit Sprachnachrichten versehen kann funktioniert hier ebenso, wie auf teureren Geräten. Ebenso vorhanden ist die hierfür unterstützende Schnelltaste.
Das DRM Widevine Level liegt auf L1, wodurch sich Filme, über z.B. Netflix oder Prime Video, in FullHD oder 4k streamen lassen.
Die Google Services funktionieren uneingeschränkt. Der Google Play Store ist zertifiziert.
Performance
Mit Blick auf die Benchmarks erreicht das Nothing Phone (3a) Lite, seinem Status entsprechend, zwar mit einer Ausnahme immer den niedrigsten Benchmarkwert aller Geräte des Herstellers Nothing, verbleibt aber andererseits immer noch in etwa in der gleichen Leistungsregion und das für einen Preis von unter 160 €. Das ist stark.
Nominell wurde der Dimensity 7.300 Pro aus dem Hause Mediatek verbaut. Ihm zur Seite stehen 8 GB LPDDR5 RAM.
In den Benchmarks erreicht das Gerät die folgenden Werte und Platzierungen:
- Geekbench 6: Single Core 1.013 (25. von 38), Multi Core 2.951 (20. von 35)
- Antutu 11: 897.951 (11. von 19)
Damit haben wir es mit einem Mittelklassesmartphone zu tun. Im System läuft alles flüssig. Spiele, wie Meowdoku oder Fluffy Drop konnten problemlos gespielt werden. Die höhere Bildwiederholfrequenz ließ sich ruckellos nutzen.
Lautsprecher
Wie eigentlich immer, wenn eine Gerät nur einen Monospeaker verbaut, liegt der Fokus des Lautsprechers eher auf der maximalen Lautstärke, denn auf einer angenehmen Klangqualität. Das Nothing Phone (3a) Lite bildet hier keine Ausnahme. Die maximale Lautstärke von gemessenen 97,5 dBa ist zwar ordentlich, kommt aber qualitativ nicht an die Stereospeaker der zuletzt getesteten Pocos heran. Meiner Erinnerung nach, klingt er aber besser, als der des Honor 400 Lite.
Die Telefoniequalität ist normal und hebt sich weder positiv, noch negativ von den Mitbewerbern ab. Das schließt zumeist auch teurere Geräte ein.
Auf einen 3,5 mm Klinkenausgang müssen wir leider verzichten. Über den USB-C-Anschluss konnte ich allerdings kabelgebundene Kopfhörer, über einen Adapter von LeEco anschließen. Hier bekam ich einen sehr überzeugenden Klang, der mir bereits bei über 50 % zu laut wurde. Das ist in der Tat mein bisheriger Bestwert.
Auf einen eigenen Equalizer verzichtet Nothing im System. Dafür aber hat man die Möglichkeit, Vertonungen per System-KI untertiteln zu lassen. Der Leser mag für sich entscheiden, für wie wichtig er das hält.
Kameras
Im Nothing Phone (3a) Lite ist auf der Rückseite nur ein Triplekamerasetup verbaut. Wir haben eine 50 MP Hauptlinse (unbekannt, ƒ/1.88), eine 8 MP Ultraweitwinkellinse (unbekannt, f/2.2) und eine 2 MP Makrolinse. Auf der Frontseite ist ein 16 MP Sensor (unbekannt, f/2.45) verbaut. Genaue Spezifikationen zu den Sensoren habe ich weder beim Hersteller noch bei den üblichen Testseiten gefunden.
Der Hauptkamerasensor leistet in seiner Preiskategorie wirklich gute Arbeit und lässt in meinen Augen ein Honor 400 Lite hinter sich. Ob mit Portrait oder ohne, wie auch im Lowlight sind Mitbewerber keinesfalls besser aufgestellt. Ich würde hier sogar eher das Nothing Phone (3a) Lite höher werten.
Wie schon beim CMF Phone 1 überzeugt mich aber der digitale Zoom deutlich weniger, als bei Xiaomi (bzw. Redmi oder Poco) Geräten. Hier darf das Motiv wirklich nicht zu weit entfernt sein, um noch einen guten Fokus zu finden.
Besser als bei vielen Mitbewerbern findet ich den Ultraweitwinkel, der zum einen überhaupt immer noch da ist (viele Hersteller sparen den in diesem Preissegment wieder weg), aber ebenso auch über mehr Schärfe am Rand verfügt als die preisliche Konkurrenz.
Der Frontkamera kann ich ebenfalls attestieren, dass sie das liefert, was man für unter 200 € bekommt. Hier würde ich aber nicht soweit gehen, dass man mehr zu bieten hat, wie ein Honor 400 Lite oder sogar wie ein Poco X7 5G.
Wie bei zahlreichen anderen Geräten, so sehe ich auch beim Nothing Phone (3a) Lite keinen Mehrwert der Makrolinse gegenüber einer Aufnahme mit dem Hauptsensor aus größerer Distanz. Die Situation, in denen er wirklich einen Nutzen bringt sind daher sehr beschränkt.
Videos lassen sich auf der Rückseite mit der Hauptlinse in maximal 4k und 30 Fps oder 1080p und 60 Fps aufnehmen. Nothing spricht zwar von einem elektronischen Bildstabilisator (EIS), allerdings habe ich keine Möglichkeit gefunden, diesen gesondert zu aktivieren. Der Ultraweitwinkel ist auf 1080p und 30 Fps begrenzt. Auch die Frontkamera kann mit 1080p und 60 Fps aufgenommen werden.
Früher fand ich es in dieser Preiskategorie alternativlos, an einem Redmi Note der jeweiligen Serie vorbei zu empfehlen. Das Nothing (3a) Lite kann das aber auf jeden Fall mitgehen und Teilen sogar überbieten. Für mich sind die Kameras durchaus eine Stärke des Geräts.
Akkuleistung
Im Nothing Phone (3a) Lite ist ein 5.000 mAh großer Akku verbaut, der sich mit maximal 33 Watt betanken lässt. Der Dimensity 7300 Pro und Nothing OS 4.1 zeigen sich im Test als durchaus energieeffizient.
Nach AccuBattery erreiche ich hiermit eine ScreenOn-Zeit von 11h 59 min (bei fast ausschließlichem Spielen von Meowdoku) und einen kombinierten Verbrauch von 3 Tagen und 2 Stunden.
Für eine Stunde YouTube auf mittlerer Helligkeit und Lautstärke verbraucht das Gerät hochgerechnet unter 6 %. Beides sind gute Werte.
Betankt man einen 5.000 mAh großen Akku mit einem 33 Watt Netzteil, so benötigen die meisten Hersteller mit ihrem mitgelieferten Netzteil in etwa eine Stunde. Mit einem 67 Watt Netzteil von Xiaomi würde ich hier hochgerechnet 140 Minuten benötigen, was die Mär vom Ressourcenschutz beim Nothing Phone (3a) Lite einmal mehr ins Lächerliche zieht. Denn man braucht auch hier das Netzteil des Herstellers, um auf die volle Ladeleistung zu kommen. Leider liegt mir ein solches nicht vor. In der UVP bietet der Hersteller ein 45 Watt Netzteil für 35 € an. Da kann man sich fragen, ob Nothing das wirklich zum Wohle der Umwelt, oder des wirtschaftlichen Gewinns weglässt.
Kabelloses Laden ist nicht möglich, kabelgebundenes Reverse-Charging mit 5 Watt.
Das sind gute Werte und stellt sicher eine Stärke des Geräts dar.
Konnektivitäten
Das Gerät ist LTE– und 5G-fähig und, gemäß Hersteller, kompatibel mit den folgenden Bändern: 1/2/3/4/5/7/8/12/17/18/19/20/26/28/38/40/41/42/48/66/71.
Uns liegt ein Dualsimslot vor, womit sich zwei Nanosimkarten parallel nutzen lassen. Eine eSim lässt sich, nach Herstellerangaben, nur in Japan nutzen. Eine Erweiterung des Speichers per MicroSD-Karte ist nicht möglich. Der interne Speicher beträgt 128 GB, von denen per Werk 110 GB frei zur Verfügung stehen. Eine alternative Speicherausbaustufe mit 256 GB internem Speicher kostet in der UVP einen Aufpreis von 30 €, was sehr fair ist. Allerdings habe ich diese bislang noch nie preislich reduziert wahrgenommen.
Die WLAN-Messung mit Speedtest zeigt sich allerdings nicht überzeugend. Während ich direkt vor dem Router quasi die volle Bandbreite im Down- und Upload erreich, sind es ein Zimmer weiter und auf dem Dach nur noch ca 5 % davon im Download und ein Drittel im Upload. Ich kann allerdings nicht sagen, dass ich davon was in der allgemeinen Nutzung bemerkt habe.
Der GPS Test, mit gleichnamiger Software kann die Position auf 1 m genau bestimmen, Dabei wurden 47 Satelliten gefunden und davon 34 für die Positionsbestimmung verwendet. Der Hardwarekompass funktioniert
An übrigen Konnektivitäten haben wir: USB-C 2.0, NFC zum kontaktlosen Zahlen (Ausnahme Indien), sowie Bluetooth 5.4.
Preis- und Preisleistung
Ich habe das Nothing Phone (3a) Lite am 5. Juni 2026 für für unter 160 im deutschen Handel erstanden. Der aktuelle Marktpreis liegt bei etwa 200 €.
In der genannten Preisspanne macht man beim Kauf des Geräts sicher nichts falsch.
Fazit
Ob ich nun ein Flagschiff für 1.500 € erstehe, oder bei einem Budget Smartphone für unter 100 € bleibe, man sollte sich immer überlegen was man zahlt und was man dafür bekommt.
Wenn Sie das Nothing Phone (3a) Lite für die von mir gezahlten 160 € kauft, dann sollten Sie es wegen des Displays, der Software oder dem etwas anderen Design oder der vorhandenen Glasrückseite machen.
Sicher macht man auch bei den Kameras, insbesondere der guten Ultraweitwinkelleistung und der Akkuleistung nichts falsch, aber hier können andere Hersteller bei anderen Nuancen überzeugen.
Klar ist aber auch, dass andere Hersteller in diesem Preissegment eine bessere Ladeleistung aufbieten, Stereolautsprecher haben, höheren Speicher verbauen oder kleinere Bildschirmränder aufweisen.
Daher überlegen Sie sich, was Ihnen wichtig ist und entscheiden Sie dann.










