Vorerwartungen
Erst zweimal zuvor haben wir Ihnen auf dieser Seite Testberichte zur Marke OnePlus aus dem BBK-Konzern vorgestellt. Im Jahr 2021 handelte es sich um das OnePlus Nord N10, im Jahr 2022 um das OnePlus Nord CE 5G. Der Hintergrund hierfür liegt primär in den, verglichen mit den Xiaomi-Marken teureren Hardwarepreisen, aber auch in einem Patentstreit mit InterDigital, der OnePlus für ein paar Jahre vom europäischen Markt verschwinden ließ.
Das hier vorgestellte OnePlus Nord 5 ist die Nord Generation des Vorjahres. Für mittlerweile unter 300 € bekommt man hier auf dem Datenblatt den Snapdragon 8s Gen 3 als Prozessor, einen 6.800 mAh großen Akku und den Sony IMX906 als Hauptkamerasensor.
Ob sich die Investition zu diesem Preis wirklich lohnt, erfahren Sie in diesem Testbericht.
Verpackungsinhalt
Ernüchternd fällt der Blick auf den Verpackungsinhalt aus, der selbst bei Apple kaum geringer ausfallen dürfte. Im Karton finden wir die folgenden Dinge vor:
- ein rotes USB-C auf USB-A Daten- und Ladekabel,
- ein Sim-Eject-Tool,
- ein Quickstart Guide in neun und Sicherheitsinformationen in 11 Sprachen, darunter kein Deutsch, sondern ausschließlich Englisch und Spanisch als EU-Sprachen
- und eine bereits vorinstallierte Schutzfolie auf dem Display.
Vergangen sind damit auch bei BBK die Zeiten, in denen man das vollwertige Netzteil mitgeliefert bekam, und selbst eine Schutzhülle sucht man vergebens.
Der Karton ist blau und schwarz gehalten und hebt sich von den Mitbewerbern zum einen designtechnisch ab und bleibt dem Stil der Vorgänger treu. Auf eine Darstellung des Geräts wird verzichtet. Ebenso finden wir hier keine Spezifikation des Akkus wieder, der eigentlich im europäischen Raum auf 5.200 mAh limitiert sein sollte.
Design und Verarbeitung
Die Maße des Geräts erreichen 163,4 mm x 77,0 mm x 8,0 mm (10,6 mm am Kameramodul), bei einem Gewicht von 215 g (inklusive Simkarte).
Am oberen Ende des Geräts finden wir einen der beiden Lautsprecher, ein Infrarotport und ein Mikrofon. Auf der rechten Seite befindet sich die Lautstärkewippe und darunter die Power-On-Taste. Beide Tasten, wie auch der gesamte Rahmen, sind, in meinen Augen, aus Kunststoff und haben einen sehr guten Druckpunkt. Am unteren Ende finden wir den Simschlitten, zwei weitere Mikrofone, den USB-C-Anschluss und den zweiten Lautsprecher. Die linke Seite bietet am oberen Ende einen Schnellstartknopf.
Die Rückseite ist, nach meiner Wahrnehmung, aus Glas. Mir liegt das Gerät in Phantom Grey vor, was einem Anthrazitton entspricht. Sie ist enorm fingerabdruckresistent, denn diese fallen überhaupt nicht ins Auge. Allgemein entspricht die Farbe dem, was die meisten deutschen Männer als ihre Smartphonefarbe wählen würden. Alternative Farbvarianten sind weiß und blau, ohne das OnePlus die genaue Bezeichnung auf ihrer Seite benennt.
Verglichen mit den zuletzt getesteten Poco X7 Pro oder Honor 400 Lite verfügt das Gerät über deutlich größere Displayränder, was auch zu höheren Maßen in Länge und Breite führt. Haptisch fühlt es sich aber umgekehrt deutlich wertiger an. Und man muss hier anerkennen, dass man den riesigen Akku kaum in der Gewichtssteigerung oder der Tiefe wahrnimmt. Hier hat man wirklich gute Arbeit gemacht.
Das Gerät ist, gemäß Herstellerangaben, nach IP65 gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt. Das Frontdisplay besteht aus Corning® Gorilla® Glass 7i.
Im Rahmen des Testzeitraums blieb das Gerät frei von Kratzern.
Ganz sicher leistet OnePlus in der Verarbeitung eine ordentliche Arbeit. Man ist aber sowohl in Zertifikaten, wie auch dem Design den deutlich günstigeren Geräten von Poco oder Honor nicht in jeglicher Disziplin bzw. auch nicht in der Summe überlegen.
Entsperrmechanismen
- Codes: Ja
- Fingerabdrucksensor: Ja (unter dem Display)
- Face-Unlock: Ja
Die Entsperrmechanismen funktionieren zuverlässig und dem Prozessor entsprechend schnell.
Display
Im OnePlus Nord 5 wurde ein planes, 6,83 Zoll großes, AMOLED Panel mit einer Auflösung von 2.800 x 1.272 (Pixeldichte: 450 ppi) und einer maximalen Bildwiederholrate von 144 Hz verbaut. Die Frontkamera verbirgt sich hinter einem zentral gelegenen Punchhole.
Im Graustufentest des Antutu Benchmark lassen sich die Schwarz- und Weißwerte von 3-255 unterscheiden. Im Multitouch werden alle zehn Finger parallel erkannt. Als maximale Helligkeit konnte ich 1.067 Lux messen. Das ist ein sehr guter Wert und entspricht in etwa dem des Honor 400 Lite. Nur ein Nothing Phone (3a) konnte hier bislang besser abschneiden. Der Hersteller wirbt mit einer maximalen Helligkeit 1.800 Nits.
Entgegen den meisten Poco– und Redmi-Geräten oder auch dem Honor 400 Lite bzw. dem Apple iPhone 17e, lässt sich hier ein vollwertiges Always-On-Display einstellen, das sich eben nicht nach ein paar Sekunden deaktiviert. Aktuell findet man so etwas in dieser Preisklasse sonst nur bei Nothing.
Zusammengefasst ist das Display wirklich hervorragend. Die Auflösung, Helligkeit und Bildwiederholfrequenz spielen in der Spitze der hier vorgestellten Geräte mit bzw. sind sogar das Maß aller Dinge.
Software
Zum Zeitpunkt des Tests (27. Juli 2026) arbeitet das OnePlus Nord 5 auf Android 16 Basis, mit einem Sicherheitspatch vom 1. Juni 2026. Darüber liegt das hauseigene OxygenOS in der Version 16.0.5. Für die Durchführung der Updates musste ich die App OS Updater herunterladen, da aus dem System heraus keine Updates gefunden wurden. In meinen Recherchen wurde mir diese App des Herstellers vorgeschlagen, die den Prozess beschleunigen sollte, was sie auch tat.
Das Gerät wurde mit Android 15 ausgeliefert. Nach Herstellerangaben soll es vier Jahre Systemupdates und sechs Jahre Sicherheitsupdates bekommen.
Verglichen mit anderen Herstellern ist bei OnePlus deutlich weniger Bloatware vorinstalliert. In der Summe beschränkte es sich auf sieben Apps, die sich alle samt deinstallieren ließen. In den System Apps wird auf Werbung verzichtet. Im Gegensatz zu HyperOS sind aber auch deutlich weniger solche Apps (wie z.B. ein Musik- oder Video-Player) vorhanden.
OxygenOS bietet eine ganze Reihe an Möglichkeiten der Individualisierung, in Form von Hintergründen oder Symboldarstellungen. Vor allem aber kann der App Cloner hier auf jede App angewandt werden. Das ist etwas, was bei meinem Nubia Z60S Pro weiterhin schmerzlich vermisse.
Ebenso lässt sich die Belegung der Schnellstarttaste beliebig individualisieren. So kann man sie zum Starten der Kamera, Taschenlampe oder anderer Tools verwenden.
Das DRM Widevine Level liegt auf L1, wodurch sich Filme, über z.B. Netflix oder Prime Video, in FullHD oder 4k streamen lassen.
Die Google Services funktionieren uneingeschränkt. Der Google Play Store ist zertifiziert.
Performance
Eine weitere große Stärke des Geräts ist seine enorme Performance. Schließlich wurde hier mit dem Snapdragen 8s Gen 3 aus dem Hause Qualcomm ein ehemaliger Flagschiffprozessor verbaut. Ihm zur Seite stehen bei meiner Version 8 GB LPDDR5X RAM.
In den Benchmarks erreicht das Gerät die folgenden Werte und Platzierungen:
- Geekbench 6: Single Core 1.950 (4. von 35), Multi Core 4.780 (6. von 35)
- Antutu 11: 1.259.481 (4. von 16)
Das sind all samt sehr gute Werte und im Alltag, Videobearbeitung, wie auch Spielen (z.B. Arrow Puzzle) läuft alles sehr performant. Ein Poco X7 Pro kommt aber in zweien der Benchmarktests nochmal auf deutlich höhere Ergebnisse, für fast 100 € weniger im Preis.
Lautsprecher
Überzeugen tut das Gerät auch mit seiner Stereospeaker Leistung. Die maximale Lautstärke erreicht 95,0 dBa. Der Klang ist voll und macht einen guten Eindruck. Ich habe aber schon Geräte im Test gehabt, die in Sachen Qualität oder Lautstärke besser aufgestellt waren, auch in dieser Preisklasse.
Auch die Telefoniequalität ist gut und hebt sich weder positiv, noch negativ von den Mitbewerbern ab.
Auf einen 3,5 mm Klinkenausgang müssen wir leider verzichten. Der USB-C-Anschluss lässt nur die Audioausgabe mit digitalen Geräten zu, wodurch ich meinen üblichen Test hier schuldig bleiben muss.
Per System werden uns vier Klangprofile angeboten. Einen gesonderten manuellen Equalizer habe ich nicht gefunden.
Wir bekommen es mit guten Lautsprechern zu tun. Um es ein wenig einzuordnen hat man hier deutlich mehr als Honor 400 Lite zu bieten, aber euch nicht mehr als ein Poco X7 Pro.
Kameras
Im OnePlus Nord 5 ist auf der Rückseite nur ein Dual Kamera Setup verbaut. Wir haben eine 50 MP Hauptlinse (Sony MX906, ƒ/1.8) und eine 8 MP Ultraweitwinkellinse (Omnivision OV08D10, f/2.2), die auch als Tiefensensor operiert. Auf der Frontseite ist ein 50 MP Sensor (Samsung Isocell JN5, f/2.0) verbaut. Ein Lob geht hier an den Hersteller raus, der entgegen vieler Mitbewerber die Sensoren auf seiner Website konkret benennt.
Der Hauptkamerasensor ist der gleiche, wie in meinem Nubia Z60S Pro und kommt, in meinen Augen, auch auf ähnlich gute Resultate, gleich ob mit oder ohne Portraiteffekt. Wie man es bei allen BBK-Marken kennt, so werden auch hier die Farben deutlich gepusht, was weniger natürlich aussieht, mir persönlich aber gut gefällt. Auch bei dunkleren Lichtbedingungen sind die Bilder immer noch brauchbar.
Sogar der Ultraweitwinkel kann mich mehr überzeugen als die meisten Mitbewerber. Die Farben bleiben auf ähnlichem Niveau und sogar die Schärfe nimmt weniger ab, wie bei vieler Konkurrenz. In meinen Augen ist man hier besser als ein Redmi Note 14 Pro 5G.
Was wir hier aber nicht haben, ist ein Teleobjektiv und daher müssen wir bei Zoomaufnahmen Abstriche zu den Flagschiffen hinnehmen. Klar, auch der digitale Zweifachzoom ist besser, als bei vielen Konkurrenten. Aber ein Nothing Phone (3a) oder Nubia Z60S Pro sind hier einfach eine Nummer besser aufgestellt. Ein Redmi Note 14 Pro 5G hängt man wiederum aber tatsächlich überraschend locker ab.
Was für die anderen Kameras gilt, trifft auch für die Frontkamera zu. Auch hier wird mehr an den Farben gepusht, wie bei anderen Herstellern. Und das gefällt mir auch hier. Wir bekommen ordentliche Selfies geboten, ohne sich aber von anderen Geräten deutlich abzuheben. Da sollte man sich nicht von den 50 MP blenden lassen. Immerhin haben wir hier die Möglichkeit zwischen zwei Zoomstufen, was andere Hersteller nicht anbieten.
Videos lassen sich auf der Rückseite mit der Hauptlinse in maximal 4k und 60 Fps oder 1080p und 60 Fps aufnehmen und zugeschalteter optischer Bildstabilisierung (OIS) aufnehmen. Der Ultraweitwinkel ist auf 1080p und 30 Fps begrenzt. Auch die Frontkamera kann 4k 60 Fps oder 1080p und 30 Fps mit OIS. Persönlich nutze ich das immer zu wenig, um relevante Vergleiche treffen zu können. Auf dem Zettel hat man hier aber mehr zu bieten, als die meisten anderen getesteten Geräte.
Ich finde tatsächlich, dass die Kameraleistung den Aufpreis zu einem Poco X7 Pro wert ist. Denn verglichen mit einem Xiaomi 13T, einem Nothing Phone (3a) oder einem Nubia Z60S Pro fehlt hier wirklich nur eine Telelinse. Wer darauf verzichten kann, und hier sollte man sich tatsächlich fragen, wie viele Teleaufnahmen man denn wirklich macht, der erhält hier ein wirklich gutes Kameraerlebnis, dass dem eines Redmi Note 14 Pro 5G überraschend klar überlegen ist.
Akkuleistung
Auf Grund der Gefahrgut-Transportregel der EU, ist es hierzulande eigentlich verboten größere Akkus als 5.200 mAh zu importieren. Daher bieten Xiaomi oder BBK viele Geräte hierzulande mit kleineren Akkus an, was dazu führt, das üblicherweise das OnePlus Nord 5 in Deutschland über einen 5.200 mAh großen Akku verfügt, nicht aber das hier getestete Modell. Sowohl meine Gerätebeschreibung, wie auch der Verkäufer und AccuBattery bestätigen, dass mein Gerät über einen 6.800 mAh großen Akku verfügt.
Nach AccuBattery erreiche ich hiermit eine ScreenOn-Zeit von 8h 48 min (bei fast ausschließlichem Spielen von Arrow Puzzle) und einen kombinierten Verbrauch von 6 Tagen und 8 Stunden.
Für eine Stunde YouTube auf mittlerer Helligkeit und Lautstärke verbraucht das Gerät 4 %. Das ein mein bisheriger Bestwert.
Leider kann ich keine konkreten Zeiten zum Aufladen bieten, da mir ein passendes Netzteil des Herstellers nicht vorliegt. Geräte anderer Hersteller können nicht die volle Ladeleistung abrufen. Nach Herstellerangaben beträgt die kabelgebundene Ladeleistung 80 Watt. Damit müsste man nach meinen Erfahrungen in 35 Minuten von 0-100 % kommen
Kabelloses Laden ist nicht möglich, kabelgebundenes Reverse-Charging mit 5 Watt.
Das sind hervorragende Werte und stellt sicher eine Stärke des Geräts dar.
Konnektivitäten
Das Gerät ist LTE- und 5G-fähig und, gemäß Hersteller, kompatibel mit den folgenden Bändern: 1/2/3/4/5/6/7/8/12/17/18/19/20/26/28/32/38/39/40/41/42/66/75/77/78/.
Uns liegt ein Dualsimslot vor, womit sich zwei Nanosimkarten parallel nutzen lassen. Weder lässt sich eine eSim nutzen, noch der Speicher per MicroSD-Karte erweitern. Der interne Speicher beträgt 256 GB, von denen per Werk 230 GB frei zur Verfügung stehen. In Deutschland wird vom Hersteller nur die alternative Speicherausbaustufe mit 12 GB RAM und 512 GB Speicher, aber nur einem Akku von 5.200 mAh angeboten.
Die WLAN-Messung mit Speedtest erreicht egal ob vor dem Router oder auf dem Dach quasi die gleichen Up- und Downloadraten.
Der GPS Test, mit gleichnamiger Software kann die Position auf 3 m genau bestimmen, Dabei wurden 61 Satelliten gefunden und davon 46 für die Positionsbestimmung verwendet.
An übrigen Konnektivitäten haben wir: USB-C 2.0, NFC zum kontaktlosen Zahlen, ein Infrarotport zur Bedienung von Fernsehern oder Beamern, sowie Bluetooth 5.4.
Preis- und Preisleistung
Ich habe das OnePlus Nord 5 im Juni für unter 290 € als EU-Import über erstanden. Amazon bietet die vorliegende Speicherausbaustufe, allerdings mit dem kleineren Akku für 350 € an.
Die genannte Preisspanne ist das Gerät auf jeden Fall wert.
Fazit
Man kommt nicht umhin, bei einem Interesse für das OnePlus Nord 5, sich unseren Testbericht zum Poco X7 Pro anszuschauen. Denn dieses Gerät konnte ich für fast 100 € weniger erwerben. Da muss man sich unweigerlich die Frage stellen, was denn das OnePlus Nord für diesen Aufpreis alles besser macht.
Wir bekommen einen etwas größeren Akku und ein besseres Kameragesamtpaket. Auch das Display ist etwas besser. Ist das 100 € Aufpreis wert? Ich würde sagen schon, aber andererseits sehe ich auch keine Notwendigkeit, diese 100 € unbedingt extra zu zahlen. Es ist wie immer eine Frage, was man in der Tasche hat.
In jedem Fall ist der Preis, bei dem das OnePlus Nord 5 nun angekommen ist, fair zu nennen. Es liefert die bislang beste Akkulaufzeit und leistet sich, abgesehen vom limitierten Verpackungsinhalt und den für den Preis zu großen Displayrändern, keine Schwäche.









