Passwörter sicher speichern und nicht vergessen – Drei Methoden zur Passwort-Verwaltung

Frage:

Sicherheit im Internet - PasswortFirefox bietet einen Tresor für Passwörter an. Ich habe jetzt gelesen, der Speicher sei unsicher, obwohl er durch ein Master-Password geschützt ist. Ihre Meinung würde mich interessieren (Günter, 58)

Antwort:

vielen Dank für Ihre Frage.

Generell ist die Verwaltung von Passwörtern für uns alle eine große Herausforderung. Für mich haben sich drei verschiedene Vorgehensweisen herauskristallisiert.

1. Eigenes Passwortsystem

Damit meine ich, sich für die verschiedenen Konten und Internet-Dienstleistungen, jeweils systematische aber sichere Passwörter auszudenken und sich an geeigneter Stelle einen Passwort Hinweis zu speichern.

Ein Beispiel: Sie bilden Kombinationen aus den Wohnorten, an denen Sie gewohnt haben mit der Jahreszahl des Umzugs plus ein beliebiges Sonderzeichen und eine entsprechende Form der Groß/Kleinschreibung (also beispielsweise immer der 3. Buchstabe groß). Ein so generiertes Passwort könnte dann: beRlin75#! lauten. Merken können Sie sich dieses Passwort nun, indem Sie an einem sicheren und immer verfügbaren Ort: das Konto, die E-Mail und das 1. und letzte Zeichen des Passworts speichern.

Also beispielsweise: googlemail Konto, heinz.mustermann@googlemail.com, b..!

Als Speicherplatz bietet sich jede beliebige Cloud-Notizpeicherlösung an, die sie vom Computer, Tablet und Smartphone immer nutzen können und zu der Sie auch offline Zugriff haben. Ich selbst nutze für diesen Zweck sei Jahren Evernote. Mit Apple’s Notizen oder Outlook Notizen funktioniert das aber genauso gut.

2. Passwörter im Browser speichern

Alle gängigen Browser, wie Firefox, Chrome und Safari bieten solche Tresore oder Passwortspeicher an. Wichtig ist, diese immer durch ein Master-Passwort extra zu schützen. Dieses Masterpasswort sollte das sicherste Passwort sein, welches Sie besitzen. Prägen Sie sich dieses besonders gut ein und schreiben Sie dieses auf echtes Papier und lagern Sie es für den Notfall an einem sicheren Ort. Falls Sie mehrere Browser benutzen, ist es nicht immer ganz einfach den Überblick zu behalten. Sie können allerdings für sich entscheiden, immer nur einen Browser zu nutzen, für alle Dienste, die ein Passwort erfordern.

Benutzen Sie bitte diese Variante des Speichern von Passwörtern immer nur auf Ihren eigenen Geräten und niemals auf Geräten von Freunden und Bekannten oder öffentlich zugänglichen Einrichtungen. Denken Sie daran, falls Sie Ihre Geräte weitergeben oder veräußern, diese auf den Werkszustand zurückzusetzen.

3. Passwortmanager

Passwortmanager sind ebenfalls weit verbreitet. Allerdings sind sie, wie beispielsweise 1Password, oft nicht ganz billig und nicht immer intuitiv zu benutzen. Allerdings kann man sie schon als sehr sicher einstufen. Bei den Passwortmanagern geht, nach meiner Auffassung, aber ein wenig die aktive Beschäftigung mit der Generierung von Passwörtern (wie in Variante 1 beschrieben) verloren.

Ich selbst nutze (bei ca. 100 verschiedenen Konten) eine Kombination aus Variante 1 und 2.

Einen weiterführenden Beitrag vom Datenschutzexperten Tobias Mauß finden Sie hier: Der Passwort-Dschungel.

Falls Sie weitergehende Fragen zu diesem oder einem anderen Thema haben, benutzen Sie am besten mein Frageformular: Frage stellen.


Uwe MaternÜber den Autor
Uwe Matern ist Gründer der DIGITALES GmbH. Auf dem Portal connect45plus.de  gibt er jede Menge kostenfreie Tipps für digitale Einsteiger und beantwortet Fragen zum digitalen Alltag. Parallel ist er mit Digitales für Unternehmen als Digital-Berater für kleine und mittelständische Unternehmen aktiv. Seit Frühjahr 2017 betreibt er mit seiner Partnerin das neue Vermittlungsportal für Kunstkurse aller Art: FINDE DEINEN MALKURS.
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