Smartphone Test | Xiaomi Mi 9T

Xiaomi Mi 9T

Vorerwartungen

Mit dem Xiaomi Mi 9T steht heute nach fast zwei Monaten endlich mal wieder ein neuer Smartphonetest im Fokus. Da es sich hierbei um ein hochwertigeres Gerät, denn in unserem normalen Test handelt, habe ich mir hierfür besonders Zeit gelassen. Nach Xiaomi Mi Note 3 liegt mir mit dem Mi 9T endlich mal wieder nahezu ein Flagschiff aus dem Hause Xiaomi vor, so dass die Erwartungen nicht gering waren. Insbesondere die Pop-Up-Kamera und das damit verbundene AMOLED Display ohne Notch oder die Triple Kamera auf der Rückseite ließen mich gespannt sein. Auch die Frage, wie sich der Snapdragon 730 im Vergleicht mit dem Helio G90T aus dem Redmi Note 8 Pro schlagen würde ließ mich gespannt sein.

Wer sich unsere Tests auf Digitales für Einsteiger anschaut, der wird feststellen, dass wir normalerweise nicht über die 200 € Schwelle gehen, bei einem Presi von knapp über 230 € konnte ich bei dem Xiaomi Mi 9T aber nicht wiederstehen.

Verpackungsinhalt

Die in schwarz mit silbernen Schriftzügen gehaltene Verpackung des Xiaomi Mi 9T zeigt oben auf der Verpackung die Frontseite des Geräts mit ausgefahrener Kamera. Sie wirkt wertiger, als die, der Redmi Geräte.

Neben dem Gerät befinden sich hier eine schwarze Silikonhülle, die die Pop Up Kamera weiterhin ausfahren lässt ein nicht individualisiertes Sim-Eject-Tool, ein USB-Typ-C- Ladekabel, ein europäisches Netzteil 5 V auf 3 A, sowie die Kurzanleitung und Garantiebedingungen in verschiedenen Sprachen, darunter auch deutsch.

Im Gegensatz zu günstigeren Redmi Geräten hat man hier als eine wertigere Schutzhülle und ein stärkeres Netzteil mit an Bord.

Design und Verarbeitung

by Redmi Note 8 Pro

Das Xiaomi Mi 9T misst 156,4 mm x 73,9 mm x 8,7 mm (9,4 mm an der herausstehenden Kamera) bei einem Gewicht von 195 g (inklusive Simkarte).  Damit ist es in jeder Dimension kleiner, als mein verwendetes Redmi Note 8 Pro, aber sicher kein leichtes Gerät.

Der Unibody verfügt über einen Metallrahmen mit einer Glasrückseite und ist in rot mit einem dunklen Farbverlauf gehalten.  Alternativ kann man das Gerät auch in blau oder schwarz bekommen. Die rote Farbe kostet in der Regel einen Aufpreis.

Auf der rechten Seite befinden sich die Power Taste und die Lautstärkewippe. Die Tasten sind meiner Meinung nach aus Metall und haben einen guten Druckpunkt und wackeln nicht.

Auf der unteren Seite befindet sich der USB-Typ-C-Anschluss, sowie der Lautsprecher und der Simschlitten. Einen 3,5 mm Klinkenanschluss finden wir oben, sowie die Pop-Up-Kamera.

Der Fingerabdrucksensor ist unter dem Display verbaut, wodurch man keine extra Aussparung auf der Rückseite benötigt.

Das Gerät ist sehr hochwertig verarbeitet und braucht sich in dieser Disziplin nicht hinter den Flagschiffen der renommierten Hersteller zu verstecken.

Entsperrmechanismen

Codes: Ja

Fingerabruchsensor: Ja (im Display)

Face-Unlock: Ja

Verglichen mit dem Xiaomi Mi A3 funktioniert hier der Fingerabdrucksensor im Display deutlich schneller und kommt fast an die herkömmlichen Varianten heran. Grundsätzlich funktioniert auch das Face-Unlock schnell, allerdings muss hierfür die Kamera erstmal rausfahren, wodurch man vielleicht ein paar Millisekunden verliert.

An Praktikabliltät sind die üblichen Varianten dennoch sinnvoller, dafür punktet man hier dann mit dem Designeffekt.

Display

Das 6,39 Zoll große Full-HD-AMOLED-Display kommt ohne Rand und Notch daher und füllt somit die gesamte Frontseite aus. Es erreicht eine maximale Helligkeit von 752,3 Lux , was mein bislang gemessener Spitzenwert ist.

Die Schwarzwerte lassen sich ab 6 unterscheiden, die Weißwerte bis 253.  Die Blickwinkelstabilität ist super. Im Multitouch werden alle zehn Finger parallel erkannt.

Dies ist das bislang beste Display, was ich in einem Testgerät zu sehen bekommen habe.

Software

Zum Zeitpunkt des Tests arbeitet das Mi 9T auf Android 10 Basis unter MIUI in der Version 11.0.5.0 mit einem Sicherheitspatch vom 1. März 2020.

Wie bei MIUI üblich erhielt ich während des Testzeitraums bereits mehrere Updates. Die Software unterscheidet sich auch hier in keiner Weise von anderen Xiaomi oder Redmi Geräten.

Performance

Der verbaute Snapdragon 730 von Qualcomm mit seinen 6 GB Arbeitsspeicher liefert eine ähnliche Performance, wie der im Redmi Note 8 Pro verbaute Helio G90T von Mediatek. In meiner Nutzung habe ich keinen Unterschied wahrgenommen.

Im Antutu Benchmark 8.2.4 komme ich auf 262395 Punkte, der Geekbench 5 misst 548 Punkte im Single-Core und 1757 Punkte im Multi-Core. Während bei Antutu der Helio G90T die Nase vorne hat, liegt im Geekbench der Snapdragon 730 vorne. Groß unterscheiden sich die Werte in beiden Tests aber nicht.

Spiele, wie Asphalt 9 LegendsLife ist Strange oder Syberia  ließen sich gut spielen. Auch im Laden von längeren PDFs (200 Seiten in Farbe) gegenüber Snapdragon 710 Geräten.

Wer mehr Performance braucht, der kann zur Pro-Variante greifen, die den Snapdragon 855 als Prozessor nutzt. Die meisten Nutzer werden diesen Leistungsschub aber nicht bemerken und sollten daher eher die 150 € sparen, denke ich.

Lautsprecher

Zwar kommt das Xiaomi Mi 9T nur mit einem Monolautsprecher, dieser hat aber eine gute Qualität und kann mit einer maximalen Lautstärke von 107,5 dBA den bislang höchsten gemessenen Wert verbuchen.

Der Kopfhörerausgang bietet die Xiaomi-üblichen Equalizereinstellungen zur Klangverbesserung und verfügt über eine ordentliche Lautstärke, die mir bei über 60 % anfängt zu laut zu sein.

Die Telefonqualität liegt leicht über dem üblichen Erlebnis, ohne die Welt hier grundlegend zu verändern.

Zwar habe ich das vorab gar nicht bemerkt, aber auch der Lautsprecher hat vor dem Redmi Note 8 Pro die Nase vorn.

Kameras

Hauptkamera

Frontkamera (Portrait)

Das Xiaomi Mi 9T verfügt über eine Triple Kamera auf der Rückseite (48 MP Hauptkamera, 13 MP Weitwinkel, 8 MP Teleobjektiv) und eine 20 MP Frontkamera, die ausfahrbar ist.

Sofern man es nicht gesondert einstellt, interpoliert die Hauptkamera allerdings die 48 MP auf 12 MP herunter, um den verbrauchten Speicher zu komprimieren. Es lässt sich hier allerdings durchaus in manchen Aufnahmen an zusätzlichen Detail gewinnen.

Allgemein spielen die Rückkameras eine Klasse höher mit, als die des Redmi Note 8 Pro oder anderer Mittelklassegeräte, insbesondere dann, wenn es ins Lowlight geht.

Der Bokehmodus funktioniert, wie auch bei den Vorgängern zuverlässig, sowohl auf der Rück-, als auch auf der Frontseite. Selfies mit der 20 MP Frontkamera können auch bei schwächerem Licht überzeugen, das ist allerdings keine Verbesserung gegenüber dem Redmi Note 8 Pro.

Weitwinkel

Das 13 MP Weitwinkel fällt im Vergleich zur Hauptkamera deutlich weniger ab, als bei zuvor getesteten Geräten aus der Mittelklasse. Selbst bei schlechteren Belichtungsverhältnissen lassen sich die Ergebnisse hier noch immer sehen.

Teleobjektiv

Verglichen mit Lenovogeräten bietet vor allem das 8 MP Teleobjektiv einen größeren Mehrwert. Natürlich nimmt die Qualität im Vergleich zur Hauptlinse ab, aber dennoch erhält man eine wirklich brauchbare Aufnahme.

Vergleich Hauptkamera

Akkuleistung

In vielen Testberichten heißt es, dass gerade die Akkuleistung des Xiaomi Mi 9T stärker ist, als die der anderen Flagschiffe. Auch ich kann an dieser Stelle bestätigen, dass man nicht deutlich von der starken Redmi Mittelklasse abweicht.

Mit AccuBattery komme ich auf eine Screen On Zeit zwischen 9,5 und 11 h. Das variiert immer von App Nutzung. Für eine Stunde Youtube auf mittlerer Helligkeit verbrauche ich knapp unter 6 %, ein Spitzenwert.

Mit dem beigelegtem Netzteil gelingt es mir den 4000 mAh großen Akku um 70 % in 63 Minuten aufzuladen, eine volle Ladung braucht also 90 Minuten.

All das sind gute Werte, von denen sich Samsung oder Apple vermutlich eine Scheibe abschneiden könnten.

Konnektivitäten

Das Xiaomi Mi 9T ist LTE-fähig und kompatibel mit den folgenden Bändern: B1/B2/B3/B4/B5/B7/B8/B20/​B28/B38/B40.

Das Gerät verfügt über einen Dualsimslot. Allerdings hat man leider keine Möglichkeit den Speicher zu erweitern. Der interne Speicher beläuft sich auf 64 GB, von denen einem per Werk 51,76 GB zur Verfügung stehen. Das Gerät verfügt über einen 3,5 mm Klinkenausgang. Alternativ bekommt man das Gerät auch in der Speicherausbaustufe mit 128 GB.

Im WLAN Test bekomme ich bei nah und ein Zimmer weiter die gleichen Werte. Auf dem Dach ist es dann aber nur noch die Hälfte

Der GPS Empfang (GPS-Test) findet das Gerät 28 Satelliten, von denen 22 benutzt werden, wodurch die Position auf 3 m genau bestimmt werden kann. Der Kompass funktionierte.

Das Gerät verfügt über einen USB-Typ-C-Anschluss. Das DRM Security Level steht auf L1, wodurch sich Streamingdienste, wie Amazon Prime Video oder Netflix auch auf 4k oder FullHD wiedergeben lassen. Das Gerät ist NFC-fähig. Genutzt habe ich das aber bislang noch nicht. Ein Infrarotblaster wurde nicht verbaut.

Die Pop-Up-Kamera ist mit einem farbigen LED-Licht umgeben, das auch als farbige Benachrichtigungslampe funktioniert.

Preis und Preisleistung

Derzeit tut man sich im deutschsprachigen Raum schwer an das Xiaomi Mi 9T heranzukommen. so dass ich hier einen Vergleichspreis von 360 € bei Saturn für die vorliegende Variante angeben muss. Zwischenzeitlich lag man hier bereits bei 280 €. Der Importpreis lag gar bei 230 €.

Das Gerät ist eine Klasse besser und für 30 € mehr, als beim Redmi Note 8 Pro würde ich selbst wohl zu diesem Gerät greifen. Man muss sich dann fragen, wie viel einem dieser Qualitätsunterschied wert ist.

Fazit

Das Xiaomi Mi 9T ist ein tolles Gerät und zeigt einem auf, wofür man mehr Geld in angemessenem Maße hinlegt.

Verglichen mit dem Redmi Note 8 Pro kann man in Design, Display, Kameras und Lautsprecher die Nase eine Schippe drauflegen, während man sich in Akkuleistung (knapp), Konnektivitäten und dem Preis geschlagen geben muss. Die übrigen Disziplinen liegen in etwa gleichauf. Beide Geräte haben ihren Vorteil, man muss nur schauen, was man selbst will.

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Björn WinterbergÜber den Autor
Björn Winterberg unterstützt das Team von Digitales für Einsteiger seit Januar 2020 unentgeltlich. Dabei betreut er die neu eingeführte Kategorie Smartphone-Tests, einem Hobby dem er seit 2018 nachgeht. Normal ist er beruflich an einem Hamburger Gymnasium als Lehrer in den Fächern Mathematik und Informatik tätig.
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