Smartphone Test | Redmi Note 10s by Xiaomi

Vorerwartungen

Mit dem Redmi Note 10s aus dem Hause Xiaomi steht heute, nach dem Redmi Note 10 und dem Redmi Note 10 Pro, das dritte und aktuell letzte Gerät der Redmi Note 10 Serie im Fokus. Dabei ist das Gerät, je nach Angebotslage 30-50 € über dem normalen Note und 30-50 € unter dem Pro angesiedelt.

Ob es denn nun tatsächlich von der Qualität genau zwischen diesen beiden positiv bewerteten Geräten liegt, dass soll dieser Test zeigen.

Verpackungsinhalt

Die weiße Verpackung mit grauer Schrift, die nicht nur den Namen des Gerätes verrät, sondern auch über einige Specs und die Unterstützung der Google Apps informiert, zeigt auf der Oberseite die Rückseite des Geräts in den Farben blau und der hier vorliegenden Variante in Onyx Gray, sowie eine Frontansicht des Geräts.

Die Verpackung beinhaltet dann die klassische Redmi Kost, die, abgesehen von der Silikonschutzhülle, mit der, der beiden anderen Redmi Note 10ern übereinstimmt: Neben einer Simnadel und einem weißem USB-A auf USB-C Datenladekabel liegt ein 33 Watt Watt Netzteil bei. Zudem gibt es eine Silikonschutzhülle in Transclear und ein vorangebrachte Schutzfolie. Kurzanleitung und Garantiebedingungen sind in 14 Sprachen verfasst, darunter auch deutsch.

Im Gegensatz zur Pro Variante ist die Schutzhülle nicht matt und bietet auch keinen Verschluss des USB-C-Anschlusses. Sie ist aber ebenfalls an den Ecken dicker. Am Kameramodul wird ebenfalls ein größerer Teil ausgespart.

Design und Verarbeitung

Die Verarbeitung des Redmi Note 10s ist in meinen Augen auf dem Niveau der normalen Note Variante und damit klar hinter der Pro Variante. Das Gerät besteht aus Kunststoff, fasst sich aber nicht billig an. An Maßen kommen wir auf 160,0 mm x 74,3 mm x 8,5 mm (9,3 mm an der herausstehenden Kamera) bei einem Gewicht von 182 g (ohne Simkarte). In allen Dimensionen sind das 0,1 mm weniger, als bei der normalen Variante, bei einem allerdings 10g schwereren Gewicht.

Die Rückseite in Onyx Gray bietet zwar schöne Lichteinfälle, bleibt jedoch leider nicht vor Fingerabdrücken verschont. Das war bei beiden anderen Versionen (oder den vorliegenden Farben) besser. Alternativ bekommt man das Gerät auch in weiß oder blau, wofür ich zum Zeitpunkt meines Kaufs einen Aufpreis von 8 € hätte zahlen müssen. Im Testzeitraum blieben Front- und Rückseite bei Nutzung der Schutzhülle frei von Kratzern.

Auf der rechten Seite befinden sich die Power Taste und Lautstärkewippe. Beide Schalter sind, wie der Rahmen, ebenfalls aus Kunststoff, sitzen bombenfest und haben einen guten Druckpunkt. Unter der Power Taste verbirgt sich zudem der Fingerabdrucksensor. Auf der linken Seite befindet sich der Einzug für den Simschlitten. Oben befindet sich einer der beiden Stereolautsprecher, sowie der Infrarotstrahler. Am unteren Ende haben wir den USB-C-Ausgang, sowie den zweiten Stereolautsprecher und den 3,5 mm Klinkenanschluss. Die Rückseite ist außer dem Redmi Logo und CE Hinweisen clean.

Das Gerät ist nach IP53 gegen Spritzwasser und Regen geschützt.

Entsperrmechanismen

  • Codes: Ja
  • Fingerabdrucksensor: Ja (seitlich)
  • Face-Unlock: Ja

Alle Mechanismen funktionieren schnell und zuverlässig, wie man es von dem Prozessor erwartet. Wie schon bei den beiden anderen Varianten, sehe ich es als Vorteil an, wenn der Fingerabrucksensor nicht im Display verbaut ist, auch wenn es natürlich technisch interessant ist.

Display

Wie das normale Redmi Note 10, so setzt auch das Redmi Note 10s auf ein 6,43 Zoll großes Amoled Display mit einer maximalen Bildwiederholfrequenz von 60 Hz im 20:9 Format. Die Auflösung liegt bei FullHD+. Die Frontkamera verbirgt sich hinter einem zentral gelegenen Punchhole.

Die Schwarzwerte lassen sich ab 6, die Weißwerte bis 255 unterscheiden. Im Multitouch werden alle zehn Finger gleichzeitig erkannt. Wie bei den beiden anderen Redmi Note 10ern bleibt es mir auch hier ein Rätsel, warum sich die Schwarzwerte erst ab sechs unterscheiden lassen.

Als maximale Helligkeit konnte ich 510,2 Lux messen. Das sind fast 200 Lux mehr, als ich damals bei der normalen Variante messen konnte, allerdings ging ich damals auch von einer Fehlmessung aus. Den anderen Werten zu Folge halte ich das Display mit diesem identisch.

Wie schon bei beiden anderen Variante, so ist auch hier das Always-On-Display nicht immer an. Man muss es durch einen Tap oder anheben aktivieren. Das spart zwar Strom, sollte aber eigentlich entsprechend einstellbar sein.

Das Gerät hat in jedem Fall ein schönes Display, das sicher ein Highlight des Geräts ist, aber auch nicht besser, als das der normalen Variante.

Software

Zum Zeitpunkt des Testberichts (26.11.2021) arbeitet das Redmi Note 10s auf Android 11 Basis, unter der hauseigenen MiUI 12.5.13.0 mit einem Sicherheitspatch vom 1. September 2021. Im Rahmen des Testzeitraums herhielt das Gerät mehrere Updates.

Die hauseigene MiUI versorgt das Gerät der Erfahrung nach lange mit Updates und bietet sehr viele Einstellungsmöglichkeiten.

Das DRM Widevine Level ist auf L1, wodurch sich Filme z.B. bei Netflix oder Amazon Video auf FullHD oder 4k streamen lassen.

Auch hier steht im Vorwege diverse Software zum Download vorgemerkt bzw. ist je nach gewählter Region schon installiert. Diese lässt sich aber ohne Ausnahme wieder deinstallieren.

Performance

Den größten Vorzug gegenüber der normalen Variante erlebt man in meinen Augen in der Performance. Der Helio G95 aus dem Hause Mediatek mit seinen 6 GB RAM liefert hier gegenüber dem Snapdragon 678 mit seinen 4 GB RAM doch einen merklichen und hilfreichen Sprung nach vorne.

Im Antutu Benchmark in der Version 9.1.7 komme ich auf 327.296 Punkte, was dem achten Platz von bislang elf erfolgreich durchgelaufenen Geräten entspricht. Damit liegt man etwa 21 % über der normalen Note Variante und 4 % unter der Pro Variante. Im Geekbench 5 erreicht das Gerät 512 Punkte im Single-Core und 1671 Punkte im Multi-Core. Dies entspricht jeweils in beiden Kategorien den 14. Platz von bislang 29 getesteten Geräten. Rein von den Benchmarks ist man im Single Core erstaunlicherweise hinter dem normalen Note angesiedelt, im Multicore aber wiederum schneller. In der Anwendung merke ich hier aber eine höhere Performance. Im Vergleich mit dem realme 8, das mit dem gleichen Prozessor, aber nur 4 GB RAM, ausgestattet ist, bleibt man aber hinter diesem zurück.

Sowohl bei Spielen, langen PDFs, als auch den Alltagsanwendungen konnte ich eine gute Performance erleben, ohne irgendwo Einschränkungen feststellen zu müssen.

Lautsprecher

Einen guten Eindruck hinterlässt auch das Klangerlebnis. Die Stereolautsprecher erreichen mit 95,1 dBa eine höhere maximale Lautstärke, als die Pro-Variante, klingen dafür aber nicht ganz so gut. Ich gehe davon aus, dass hier die gleichen Sprecher, wie in der normalen Variante verbaut sind.

Die Telefoniequalität ist ebenfalls gut und hebt aber nicht von anderen Geräten ab.

Der Kopfhörerausgang ist bei Xiaomi Geräten ebenfalls immer gut, so auch hier. In Sachen Lautstärke wird er mir bei 80 % zu laut. Im System lassen sich zudem verschiedene Equalizereinstellungen tätigen, die man sowohl nach Musikart, als auch Kopfhörermodell von Xiaomi spezialisieren kann.

In der Summe bietet auch dieses Modell wirklich gute Lautsprecher.

Kameras

Hauptkamera

Frontkamera im Portraitmodus

Das Redmi Note 10s setzt auf der Rückseite auf einen 64 MP Hauptsensor (Omnivision OV64B, ƒ/1.79), einen 8 MP Ultraweitwinkelsensor (Sony IMX355, f/2.2), eine 2 MP Makrolinse (GalaxyCore GC02M1,f/2.4) und einen 5 MP Tiefensensor (Omnivision OV02B10, f/2.4). Auf der Frontseite ist eine 13 MP Kamera (Omnivision OV13B10, f/f/2.45) verbaut. Das Setup ist, bis auf die Hauptkamera, das gleiche, wie bei der normalen Variante. Das Pro greift neben einem anderen Hauptsensor auch auf einen anderen Tiefensensor zurück.

Da die übrigen drei Kameras bereits bei beiden anderen Geräten ins Auge gefasst wurden, beschränke ich mich hier auf den Hauptsensor. Und hier liegt man in der Tat genau zwischen beiden Geräten, wobei der Sprung hoch zum Pro etwas größer ist, als der Fall nach unten zum normalen Note.

In der Summe gewinnt man etwas an Schärfe gegenüber der normalen Variante hinzu. Allerdings habe ich den Eindruck, dass die Qualität der Bilder hier nicht ganz so konstant ist. Wichtiger finde ich aber den die Tatsache, dass die Kamera App beim 10s schneller performt. Das Pro hingegen bietet nochmal mehr Schärfe gegenüber dem 10s, aber auch natürlichere Farben.

Für unter 200 € ist das auf jeden Fall ein gutes bis hervorragendes Kameraerlebnis.

Akkuleistung

Die Akkuleistung des Geräts erscheint mir gut, auch wenn der Test mittels AkkuBattery hier nicht funktionierte, da die App den Akku nicht kalibriert bekommen hat.

Für eine Stunde YouTube auf mittlerer Helligkeit verbraucht das Gerät 8 %. Das ist ein guter Wert, auch wenn die anderen beiden Notes, als auch das realme 8 hier auf bessere Werte kommen.

Mit dem mitgelieferten 33 Watt Netzteil lädt das Gerät in 60 min von 0-91 % auf.

Konnektivitäten

Das Redmi Note 10s ist LTE-fähig und kompatibel mit den folgenden Bändern: B1/B2/B3/B4/B5/B7/B8/B20/B28/B38/B40/B41. Ein Kompatibilität zu 5G fehlt.

Das Gerät lässt die gleichzeitige Nutzung von zwei Simkarten plus einer Speichererweiterung per Micro SD Karte zu. Der interne Speicher beläuft sich auf 128 GB, von denen per Werk 100,3 GB frei zur Verfügung stehen. Eine Variante mit nur 64 GB Festspeicher kostet in der Regel 20-30 € weniger.

Im WLAN Test per App Speedtest kann das Gerät bis oben auf dem Dach 100 % der Datenrate im Download und über 80 % im Upload abrufen. Das ist ein seltenes und sehr starkes Ergebnis, dass klar über den anderen beiden Notes liegt.

Der GPS Empfang (GPS-Test) findet auf meiner Loggia 45 Satelliten, von denen 29 benutzt werden und zu einer auf 3 m genauen Position kommen.

Das Gerät verfügt über einen USB-Typ-C-Anschluss. Wie bereits oben erwähnt verfügt das Gerät über einen 3,5 mm Klinkenausgang. Eine Blutooth Verbindung mit dem Anker Soundcore Boost und der Zeblaze GTS Pro funktionierte einwandfrei.

Es ist zudem NFC-fähig und verfügt über einen Infrarotsensor, wodurch man es auch als Fernbedienung für z.B. den Fernseher oder Beamer verwenden kann.

Auf eine Benachrichtigungs LED muss man verzichten, hierfür wird alternativ das Amoled Display verwendet.

Preis- und Preisleistung

Immer wieder gibt es das Redmi Note 10s auch für unter 200 € aus Deutschland, in der Regel liegt der Preis für die vorliegende Verison bei unter 250 €. Als Import aus China bekommt man das Gerät zum Teil auch für unter 190 €.

Für diesen Preis bescheinige ich dem Gerät die gleiche gute Preisleistung, wie zuvor den beiden anderen Notes dieses Jahres. Denn wo ich beim 10s den Aufpreis durch die bessere Performance, die NFC-Fähigkeit, den hier größeren internen Speicher und die leicht bessere Kamera gerechtfertigt finde, muss ich dem Pro lassen, dass dieses nochmal mit einer besseren Haptik, einen noch besseren Display und einer besseren Kamera aufwarten kann.

Fazit

Alle drei Note Geräte bieten ein wirklich gutes Preisleistungsverhältnis und weisen schöne Amoled Displays auf. Ich muss ihnen auch lassen, dass alle drei Varianten in diesem PLV bleiben, wenn sie weitere Vorzüge anbieten.

Zu welchem der Geräte ich nun raten würde, hängt einfach davon ab, was ihr bezahlten wollt/könnt und welche Features ihr braucht. Und auch wenn ich der Pro Variante hier noch einmal die bessere Kamera bescheinigt habe, so bin ich mir nicht sicher, wer den Unterschied davon ín der Realität wirklich bemerkt.

Persönlich würde ich mindestens zum 10s greifen, da ich mittlerweile gerne per NFC kontaktlos bezahle. Den Aufpreis zum Pro würde ich aber eher wegen der Haptik, als für die Kameras, die Akkuleistung oder die Performance hinlegen.


Björn WinterbergÜber den Autor
Björn Winterberg unterstützt das Team von Digitales für Einsteiger seit Januar 2020 unentgeltlich. Dabei betreut er die neu eingeführte Kategorie Smartphone-Tests, einem Hobby dem er seit 2018 nachgeht. Normal ist er beruflich an einem Hamburger Gymnasium als Lehrer in den Fächern Mathematik und Informatik tätig.
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