Worauf sollte ich beim Kauf eines Smartphones achten?

Die Qual der Wahl – Marke oder Underdog?

Wer kennt das nicht, man hat als sein erstes Auto einen VW, Audi oder wie ich einen Honda gekauft und ist seither bei dieser Marke geblieben. Bloß nichts verändern, in meiner Marke kenne ich mich ja aus. Doch man stelle sich vor, auch andere Automarken haben ein Lenkrad, ein Gaspedal und haben ihre Ausstattung seit den 90ern doch wirklich verändert. Damals war ein VW Golf fast ein Kleinwagen, heute muss man mittlerweile bei guter Ausstattung 50000 € hinlegen und erhält ein viel größeres Fahrzeug.

Ähnlich verhält es sich bei Smartphones. Manch einer kauft ein iPhone von Apple, weil einem suggeriert wird, dass es sich hierbei um das beste Gerät auf dem Markt handelt. Damals war es ja auch das erste Smartphone. Andere sind in der Anfangszeit zu Samsung gewechselt, weil sie kein iOS als Betriebssystem haben bzw. nicht in der Apple Welt feststecken wollten, so wie ich, oder schlichtweg als Protesthaltung, weil sie nicht so viel Geld ausgeben mochten. Damit habe ich ja schließlich das beste Android Smartphone. Doch das beste Smartphone gibt es einfach nicht, sondern nur das beste für euch.

Es muß nicht immer Apple, Samsung, Huawei oder Sony sein

Seit den Anfangsjahren hat sich auf dem Smartphonemarkt eine Menge getan. Gut, das iOS von Apple ist immer noch ein eigenes Betriebssystem, aber dass es nun wirklich intuitiver zu handhaben ist, als Android, kann ich nicht bestätigen, vielmehr werden einem bestimmte Einstellungsmöglichkeiten vom System abgenommen, andererseits lässt es manche dann weniger zu. Das fällt einem aber nur auf, wenn man so etwas auch einstellen will und tut, was den meisten Nutzern, die Telefonieren, ein paar WhatsApp schreiben, ein Spiel spielen oder fotografieren egal ist. Apple Geräte untereinander kommunizieren gut und lassen sich toll synchronisieren. Doch das macht sich nur bemerkbar, wenn ich mehrere Geräte im Haushalt von dieser Marke habe und möchte, dass sie alle gleich laufen. Ein Phänomen, dass mittlerweile auch andere Hersteller anbieten. Klar, es sind tolle Geräte, aber auch sie sind Android Smartphones nicht überlegen.

Wer nun ein Android Gerät kauft, der wird Samsung, Huawei oder Sony als in Deutschland etablierte Marken nennen. Das hat auch seine Berechtigung: Samsung ist zumeist im Display überlegen, Huawei seit ein paar Jahren in der Fotokamera und Sony ist uns von zahlreichen anderen technischen Geräten ein Begriff.

Was aber allen Käufern eines Smartphones aufstößt, ist der höhere Preis, den ich mittlerweile für mein Gerät hinlegen muss. Das führt dazu, dass viele berechtigterweise nicht mehr bereit sind, die 1000 € oder mehr für ein Flagschiff zu bezahlen und stattdessen in die Mittel- oder gar Einsteigerklasse runtergehen. Und ohne Zweifel reicht das auch vielen. Doch gerade in diesen Bereichen sind es dann nicht unbedingt die renommierten Hersteller, die das bessere Paket bieten, sondern andere. Viele Marken bereichern den Markt, um mit Doogee, Elephone, Honor, LeEco, Lenovo, LG, Meizu, Motorola, Nokia, Nubia, Oneplus, Oppo, Realme, Redmi, Siemens, Ulephone, Umidigi, Vivo, Xiaomi und ZTE auf die Schnelle 20 zu nennen. Und gerade, wenn man nicht bereit ist, die 800-1500 € zu zahlen, macht man hier häufig den besseren Deal.

Eine S Klasse von Mercedes wird den meisten sicher als das attraktivere Auto vorkommen, als ein Renault Twingo. Dennoch kommt sicher nur ein geringer Prozentsatz der Bevölkerung auf die Idee, das erstgenannte Auto für einen Kauf in Erwägung zu ziehen. Denn auch wenn die Summe der Werte für die S-Klasse spricht, wird der geringere Preis oder in Zeiten des Klimawandels der geringere Verbrauch die meisten eher zum kleineren Fahrzeug bringen. Und so ist es auch beim Smartphone.

Merke: „Es gibt kein bestes Gerät, sondern nur das beste Gerät für Sie!“

In unserer Kategorie Smartphonetests werden seit neuestem diverse Smartphones in Augenschein genommen. Hierbei betrachten wir verschiedene Kategorien, die man auch selbst beim Kauf eines solchen Geräts beachten sollte. Daher möchten wir diese Punkte an dieser Stelle einmal einzeln vorstellen, ohne, dass sie in Verbindung zu einem einzelnen Geräts stehen.

So testen wir

Punkt 1 – Vorerwartungen

In diesen Bereich fließen Dinge, wie die vorherigen Erfahrungen mit der Marke ein, denn ohne Zweifel bleiben viele Nutzer bei dem, was sie kennen. Verschiedene Hersteller haben dabei auch ein eigenes User Interface mit dem man sich angefreundet haben könnte.

Von der technischen Seite sind aber auch die innewohnenden Komponenten wichtig. Über was für einen Prozessor verfügt das Gerät, welche Kamerasensoren verwendet es, wie groß ist der Akku oder die Speicherausbaustufe? Hieraus folgern wir im Vorwege, ob das Gerät in Zusammenhang mit dem Preis attraktiv sein könnte oder nicht. Ob diese Einschätzung stimmt, werden wir später in unserem Test erforschen.

All das bezeichnen wir als Vorerwartungen.

Punkt 2 – Verpackungsinhalt

Neben dem Smartphone liegen der Verpackung möglicherweise noch weitere Dinge bei. Allein die Verpackung kann einem beim Öffnen das Gefühl geben, etwas besonderes erstanden zu haben. Das ist zwar eine kurze Freude, aber sie ist da.

Klassische Beilagen einer Verpackung sind die folgenden Dinge:

  • Eine Kurzanleitung oder Garantiebedingung: Auch wenn man das Gerät in Deutschland kauft, kann es vorkommen, dass diese nicht in deutscher Sprache gehalten sind, sondern auf englisch oder gar chinesisch. Aber um ehrlich zu sein, wer liest das schon?
  • Sim-Eject-Tool: Während man früher die Rückseite des Geräts abnehmen konnte, um seine Sim-Karte einzusetzen, setzen mittlerweile die meisten Hersteller auf einen Unibody, bei dem so etwas nicht möglich ist, um einen größeren Staubschutz zu gewährleisten. Stattdessen gibt es ein separates Fach, in das man mit Hilfe des Tools seine Karte einlegt.
  • Ladekabel: Das Ladekabel passt natürlich zu dem Gerät. Die meisten Hersteller arbeiten heutzutage mit USB-Standard, aktuell Typ C, vor einigen Jahren Micro, wodurch sich die Kabel auch für andere Geräte nutzen lassen. Apple verwendet seinen eigenen Standard, der dann wiederum mit einigen Applegeräten verwendbar ist.
  • Netzteil: Das Netzteil kann unterschiedlicher Stärke sein und dementsprechend ein schnelleres Laden des Geräts ermöglichen. Zudem muss man bei Importgeräten damit rechnen, ein fremdländisches Netzteil in Kombination mit einem Adapter zu bekommen.
  • Drahtloses Ladegerät: Manche Hersteller liefern, wenn es dem Gerät möglich ist, auch ein drahtloses Ladegerät mit. In der Regel lässt man sich dieses aber separat bezahlen.
  • Eine Schutzhülle oder Schutzfolien: Beides dient dem Schutz des Gerät vor Stürzen oder Kratzern. Dabei können die Hüllen unterschiedlicher Qualität und die Folien bereits angebracht oder nicht sein.
  • Kopfhörer: Früher lagen sie bei vielen Geräten bei, selbst habe ich sie seit Jahren nicht mehr bei einem Gerät vorgefunden.

Flagschiffe der großen Hersteller rechtfertigen ihre hohen Einstiegspreise häufig dadurch, dass sie noch ein hochwertiges weiteres Gerät mitliefern. So hatte Huawei verschiedene Aktionen, bei denen man gratis ein paar hochwertige Bose Kopfhörer bekam, so dass man sich den Preis um 150 € schönreden kann. Dabei sollte man im Hinterkopf behalten, dass man für 150 € schon ein super funktionierendes Smartphone bekommt.

Punkt 3 – Design und Verarbeitung

Was früher die Armbanduhr war, ist heute für viele das Smartphone und auch ich komme nicht darum herum. Es ist ein modernes Schmuckstück. Unter dieser Kategorie fassen wir alles, was mit der Optik, der Haptik und der Robustheit des Geräts zu tun hat:

  • Material: Kunststoff, Metall und Glas sind hier die üblichen Materialien. Wo Glas die schönsten optischen Spielereien zulässt, fasst sich Metall nach meinem Empfinden immer noch am wertigsten an. Außerdem sind alle drei Materialien unterschiedlich resistent vor Schäden bzw. der Schaden schadet der Optik mehr oder weniger. Auch sind die Materialien unterschiedlich empfindlich gegen Fingerabdrücke. Man sollte allerdings bedenken, in einer Schutzhülle fassen sich alle Materialien wieder gleich an und sehen auch gleich aus.
  • Farbauswahl: Wie bei einem Auto, so bietet auch beim Smartphone der Hersteller unterschiedliche Farben an. Dabei wird häufig eine zu einem höheren Preis angeboten. Auch hier gilt: In einem Lederetui sieht auch ein rotes Gerät wieder schwarz aus.
  • Größe: Ein kleines Smartphone ist kompakter, das ist besonders bei Frauen wichtig, da die Taschen der Hosen häufig kleiner geschnitten sind. Abgesehen davon sind die meisten Geräte heute nicht mehr allein mit einer Hand zu bedienen. Bei größeren Geräte erfreut man sich eines größeren Displays, was einem eine höhere Lesbarkeit und ein besseres Multimedia- und Spieleerlebnis ermöglicht.
  • Gewicht: Während sich ein zu leichtes Smartphone wenig wertig anfühlt, kann ein schweres Gerät zu einem Backstein in der Tasche werden. Man muss dabei aber im Hinterkopf behalten, dass z.B. ein größerer Akku auch ein höheres Gewicht hat. Das gilt für jeden zusätzlich verbauten Sensor ebenfalls.
  • Kapazitive Tasten: Neben der Power On Taste und der Lautstärkewippe verfügen einige Gerät auch über weitere Tasten, um z.B. einen Sprachassistenten oder direkt die Kamera zu starten. Auch der Fingerabdrucksensor kann bei vielen Geräten mit Eingabefunktionen belegt werden.

Punkt 4 – Entsperrmechanismen

In der Regel bietet jedes Gerät verschiedene Entsperrmechanismen an, um den Inhalt vor den Augen von Fremden zu schützen. Die drei häufigsten Varianten sind dabei:

  • Codeeingabe: Hierbei kann es sich um einen Zahlencode, ein Muster oder ein Passwort handeln, dass über das Display eingegeben wird.
  • Fingerabdrucksensor: Man entsperrt das Gerät über seinen persönlichen Fingerabdruck. Der Sensor liegt dabei auf der Front- oder Rückseite bzw. unter dem Display oder am Seitenrahmen.
  • Gesichtserkennung: Mit je nach Hersteller unterschiedlicher Technologie erkennt das Gerät anhand seiner Sensoren das Gesicht des Nutzers und entsperrt daraufhin das Display.

Alle Mechanismen funktionieren je nach Sensor, Prozessorausstattung und Software mit einer unterschiedlichen Geschwindigkeit. Hier hat jeder sicher eine andere Toleranzschwelle, aber jeder wird einsehen, dass man nicht von einem Sicherheitsprozess in der Nutzung aufgehalten werden möchte.

Im Hinterkopf sollte man dabei allerdings behalten, dass man durch die Verwendung dem Hersteller oder Anbietern von Software Daten zukommen lässt. Ein Bild oder Fingerabdruck wird irgendwo abgespeichert, ein Passwort wird mit einer Tastatur eingegeben, die die Daten an den Verantwortlichen übermitteln könnte.

Punkt 5 – Display

Die Qualität eines Displays lässt sich anhand der folgenden Merkmale klassifizieren:

  • Technologie: In der heutigen Zeit bedienen sich die meisten Hersteller der IPS-LCD Technologie bzw. der höherwertigen Amoled Technologie, die zudem energiesparender für das Gerät ist. Allgemein sagt man, dass ein IPS-Display eine natürlichere Farbwiedergabe hat, während die Farben bei Amoled kräftiger wirken. Hier ist IhreVorliebe Geschmackssache.
  • Auflösung: Diese gibt an, mit wie vielen Pixeln das Display auflöst und hat somit einen Einfluss auf die Schärfe des Displays. In der Regel kann man das aber nur im direkten Vergleich wahrnehmen. In der Regel verfügen die Geräte über eine HD+, FullHD+ oder 2k Auflösung. In Abhängigkeit mit der Größer des Displays ergibt sich daraus eine Pixeldichte.
  • Größe: Wo einen in der Haptik des Geräts stört, dass ein Gerät zu groß ist, so freut einen dies beim Blick auf das Display. Ein Smartphone ist ein Mediengerät und selbst meine Großmutter freut sich darüber, dass ihr Fernseher heute größer ist. Das ist bei der Nutzung eines Smartphones kein bisschen anders. Die Größe wird dabei in den meisten Fällen anhand der Länge der Bildschirmdiagonale in Zoll gemessen.
  • Seitenverhältnis: Wie beim Fernseher oder anderem Bildschirm, so ändert sich auch beim Display des Smartphones das Verhältnis der Seiten. Von Ursprünglich einem Verhältnis von 16:9 haben die meistern Hersteller ihre Geräte zunehmend in die Länge gezogen. Von 18:9 über 19:9 sind ein paar Geräte mittlerweile mit einem Verhältnis von 20:9 ausgestattet.
  • Helligkeit: Bei heller Lichteinstrahlung wird es bei einer geringen Helligkeit des Display schwierig, das Display abzulesen. In unseren Tests geben wir immer die maximale Helligkeit in Lux an.
  • Blickwinkelstabilität: Ist es mir möglich das Display auch abzulesen, wenn ich nicht genau von vorne darauf schaue?
  • Bildwiederholfrequent: Über einen langen Zeitraum haben die Geräte auf ein Frequenz von 60 Hertz gesetzt. Aktuell erhöhen manche Hersteller diese auf 90 oder gar 120 Hertz, um einen flüssigeren Eindruck der Bedienung zu ermöglichen.
  • Farbdarstellung: Wirken die Farben kräftig oder natürlich? Lassen sich unterschiedliche Schwarz- oder Weißtöne gut voneinander unterscheiden.
  • Multi-Touch: Wie viele Finger kann das Display gleichzeitig erkennen?

Allgemein sollte man an dieser Kategorie immer bedenken, dass eine Schutzfolie das Display zwar schützt, gleichzeitig aber auch die Brillianz der Darstellung reduziert.

Punkt 6 – Software

Zunächst einmal arbeitet ein Smartphone mit einem Betriebssystem, wie man es auch von seinem PC oder Notebook her kennt. Dabei sind in der Smartphonelandschaft Android und iOS die aktuell am häufigsten genutzten Betriebssysteme, während in der Anfangsphase auch andere Hersteller neben Apple auf weitere Systeme zurückgriffen. Durch den Handelskrieg zwischen den USA und China arbeitet auch Huawei derzeit an einem eigenen Betriebssystem, um nicht auf Google angewiesen zu sein.

Neben diesem grundlegenden Unterschied bieten in der Android Welt viele Anbieter ein eigenes User Interface an, womit sich die Optik der Symbole oder verschiedene Bedienhilfen ergeben. Auch verschiedene System-Apps, wie die Kamera oder normale Audioplayer variieren so. Nicht bei jedem Anbieter sind auch alle Sprachen am Ende vorhanden oder von gleicher Übersetzungsqualität. Davon braucht man sich aber nicht abschrecken lassen. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass meine Mutter die Umstellung auf das Flyme OS ihres Meizu Pro 6 Plus von einem Stock Android System, wie z.B. bei Sony, überhaupt keine Schwierigkeiten gemacht hat und das liefert schon einen der größten Unterschiede auf dem Markt.

Ein wichtiger Punkt, den man bei einem Importgerät beachten sollte. ist weiter, ob der Google Play Store zertifiziert ist, da sich sonst nicht immer alle Apps reibungslos verwenden lassen.

Davon abgesehen unterscheidet sich die Updatepolitik der verschiedenen Hersteller. Es ist daher unterschiedlich wann, wie lange oder ob man eine aktuelle Android Version erhält. Ein Indikator kann der sogenannte Sicherheitspatch sein, der möglichst aktuell sein sollte. Für das User-Interface gilt das gleiche.

Punkt 7 – Performance

Die Geschwindigkeit des Systems hängt in erster Linie vom verwendeten Prozessor ab, aber auch vom verwendeten Speicher und dessen Größe, sowie der Software.

Eine Möglichkeit diese miteinander zu vergleichen, bieten verschiedene Benchmarks, von denen an dieser Stelle der Antutu Benchmark und der Geekbench in unseren Tests verwendet werden. Zum Zeitpunkt des Artikels (Anfang 2020) halte ich einen Antutu Benchmark von 90000 für absolut alltagstauglich, mit 150000 Punkten bin ich mehr als zufrieden und alles was darüber geht ist so schnell, dass es der Großteil der Nutzer vermutlich gar nicht wertschätzen wird, es sei denn er spielt viele aufwendige Spiele. Flagschiffe hingegen kommen in diesem Benchmarktest mittlerweile auf über 450000 Punkte, also einen mehr als fünfmal so hohen Wert, als wir als alltagstauglich erachten.

Um auf unseren Autovergleich zurückzukommen: Wer mit 90 PS durch den Stadtverkehr fährt, der ist in jeder Situation ausreichend motorisiert. Dennoch gibt es auch Fahrzeuge mit 450 PS und mehr.

Wichtige Aspekte bei denen ich eine gute Performance benötige, sind folgende:

  • Wie schnell entsperrt mein Gerät oder startet?
  • Wie schnell starten meine Apps?
  • Laufen die einzelnen Apps flüssig? Dies betrifft besonders lange PDFs, aufwendige Spiele, das Surfen in einem Webbrowser auf einer Seite mit einer Datenbankanbindung.
  • Bietet das Gerät ein gutes Multitasking? Kann ich also schnell zwischen verschiedenen Anwendungen wechseln?

Punkt 8 – Lautsprecher

Man glaubt es nicht, aber ein Smartphone ist immer noch ein Telefon. Und so hat auch die Telefoniequalität immer noch eine Bedeutung für die Nutzung. Aber auch für die Medienwiedergabe sind die Lautsprecher ein entscheidender Aspekt.

Lautsprecher unterscheiden sich in Klangqualität und Lautstärke. Einige Geräte bieten zudem auch eine Stereoeffekt, so dass der Lautsprecher in der Hörmuschel auch zur Audioausgabe verwendet werden kann.

Auch der Kopfhörerausgang, egal ob über den 3,5mm Klinkenausgang oder einen anderen Anschluss, ist von unterschiedlicher Qualität. Einige Hersteller, wie z.B. Xiaomi oder Redmi bieten einen eigenen Equalizer im System um den Sound für verschiedene Kopfhörer zu optimieren.

Punkt 9 – Kameras

Wo Smartphones in der Anfangsphase mit einer Rückkamera daherkamen, sind wir mittlerweile bei fünf Kameras auf der Rückseite und zwei auf der Frontseite angekommen. Man kann sich dabei fragen, wozu braucht man so viele Kameras? Neben der Hauptkamera dienen die übrigen Sensoren bestimmten Sonderfällen von Fotos. Häufig werden daher folgende weiter Sensoren zusätzlich verbaut:

  • Tiefensensor: Dieser unterstützt die Hauptkamera beim Erstellen sogenannter Bokehaufnahmen, bei denen der Hintergrund unscharf dargestellt wird, um das Motiv in den Vordergrund zu rücken.
  • (Ultra-)Weitwinkelsensor: Dieser Sensor dient dazu, einen größeren Winkel zu fotografieren, um so beispielsweise ein breites Gebäude auf das Foto zu bekommen.
  • Telesensor: Dieser Sensor ermöglicht einen optischen Zoom mit dem Smartphone, da er über eine andere Blende verfügt. In einigen Geräten werden mehrere dieser Sensoren verbaut.
  • Monochromsensor: Eine Zeitlang verfügten Geräte über einen separaten Schwar-Weiß-Sensor, da es hiermit z.B. besser gelang, Aufnahmen im Lowlight zu machen.

Indikatoren für die Qualität einer Kamera können die Auflösung oder die Blende sein. Am Ende liegt dies aber auch im Zusammenspiel mit der Software des Herstellers.

Neben den Fotos lassen sich mit dem Smartphone natürlich ebenfalls Videos in unterschiedlicher Auflösung und Framerate aufnehmen. Teilweise wird sich hier einer elektronischen Bildstabilisierung bedient. Zudem ist hier ein Zusammenspiel mit den Mikrofonen notwendig, damit auch der Klang stimmt.

Punkt 10 – Akkuleistung

Im Blick auf die Akkuleistung interessieren uns zwei Dinge: Zum einen geht es darum, wie lange das Gerät läuft, zum anderen wie schnell ich es wieder aufgeladen bekomme.

Das Zusammenspiel aus Größe des Akkus und Verbrauch des Prozessors in Kombination mit der Software ergibt die Laufzeit des Geräts. Um diese zu messen, kann man sich des PCMark Battery Life Tests bedienen, was aber ein recht umständliches Unterfangen ist. Daher bediene ich mich des Verfahrens zu messen, wie viel Akku ich für das Schauen von YouTube Videos auf mittlerer Helligkeit innerhalb einer Stunde verbrauche. Pauschal kann man dabei sagen, dass alles über 12 % ein schwacher Wert ist, 10-12 % ist Durchschnitt und alles unter 10 % gut. Nutze ich mein Gerät nur wenig, wird die Größe des Akkus eine höhere Bedeutung aufweisen, als das Zusammenspiel mit der Software und dem Prozessor.

Die Ladezeit selbst hängt zum einen von der Größe des Akkus ab, zum anderen von der Stärke des Netzteils in Kopplung mit dem, was der Prozessor und die Software umsetzen können.

Punkt 11 – Konnektivitäten

Unter diesem Punkt fassen wir alle Dinge mit denen wir das Smartphone mit anderen Geräten verbinden. Dies sind wie folgt:

  • Die unterstützten Funkbänder geben an, in welchen Funknetzen ich arbeiten kann und somit eine maximale Geschwindigkeit für das Surfen im Internet erreichen werden. In Deutschland sind dabei die LTE Bänder 3, 7, und 20 am wichtigsten.
  • Die Qualität des WLAN-Moduls: Wie groß ist mein Datenverlust bei größerer Entfernung zum Router
  • Interner Speicher: Wie groß ist der Speicher des Geräts und wie viel Speicher steht mir davon bei Auslieferung zur Verfügung?
  • Speichererweiterung: Ist eine Erweiterung des Speichers per SD-Karte möglich?
  • Wie viele Simkarten lassen sich in dem Gerät unterbringen, so dass ich mehrere Mobilfunkanbieter gleichzeitig nutzen kann. Auf diesem Wege lassen sich der Telefon- und Internetvertrag voneinander trennen oder man kann eine separate Karte für das Ausland einlegen.
  • GPS-Empfang zur Navigation: Wie viele Satelliten werden gefunden, verwendet und wie genau ist meine Position? Arbeitet mein Gerät mit einem integrierten Kompass?
  • Anschlüsse: Über welche weiteren Anschlüsse verfügt das Gerät? Micro USB, USB-Typ-C, 3,5 mm Klinke für eine Audioausgabe?
  • Infrarotblaster: Einige Geräte verfügen über einen Infrarotblaster mit dem man das Smartphone als Fernbedienung für den Fernseher verwenden kann.
  • Benachrichtigungs-LED: Verfügt das Gerät über eine Benachrichtigungslampe und leuchtet diese in weiß oder auch in Farben?
  • DRM Security Level: Dieses gibt an, in welcher Qualität ich Medieninhalte auf Streamingplattformen streamen kann. Ein Level 1 ermöglicht mir z.B. Inhalte von Amazon Prime oder Netflix in 1080p oder 4k zu streamen. Bei einem Level von 3 ist dies hingegen nur bis zu einer Auflösung von 720p möglich.

Punkt 12 – Preis- und Preisleistung

Am Ende müssen wir das Gerät dann aber auch bezahlen, wodurch sich erst hier zeigt, ob das Gerät wirklich gut ist. Denn irgendwo ist für jeden eine preisliche Grenze erreicht und man sollte überlegen, was die Konkurrenz für den gleichen Preis oder weniger anbietet.

Wir werden an dieser Stelle zunächst ein Blick auf den Preis des Geräts, sowohl direkt aus Deutschland, als auch als Importgerät werfen. Anschließend erfolgt eine Einschätzung zur Preisleistung auf das erhaltene Gesamtpaket.

Punkt 13 – Fazit

An dieser Stelle erfolgt eine Zusammenfassung der vorherigen zwölf Punkte. Dabei vergleichen wir das getestete Gerät häufig mit der vergleichbaren Konkurrenz und geben eine Einschätzung, welche Prioritäten man haben sollte, um sich für dieses und nicht für ein Konkurrenzprodukt zu entscheiden.

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Wenn man sich alle diese Punkte anschaut, dann wird man schnell erkennen, dass man nicht so einfach zu dem Schluss kommen wird, welches Smartphone denn nun das beste für einen selbst ist. Denn vergleicht man nur das Redmi 8 als das Gerät aus unserem ersten Test mit dem iPhone 11 Pro, einem der aktuellen Flaggschiffe eines der renommiertesten Hersteller, so wird man feststellen, dass durchaus Kategorien gibt, in dem das Einstiegsgerät aus China dem Flagschiff eines der größten Weltkonzerne überlegen ist:

  • Der Akku des Redmi 8 fast 5000 mAh, der des iPhone 11 Pro 3190 mAh.
  • Das Redmi 8 hat ein 6,2 Zoll großes Display, das iPhone 11 Pro nur 5,8 Zoll.
  • Das Redmi 8 kann den Speicher erweitern, das iPhone 11 Pro nicht.
  • Das Redmi 8 verfügt über einen Infrarotblaster, das iPhone 11 Pro nicht.
  • Das Redmi 8 kostet in Deutsch 141 €, das iPhone 11 Pro 1149 €.

Das ist jetzt nicht als Kritik an Apple zu verstehen. Ich hätte an dieser Stelle auch ein Flagschiff eines beliebigen anderen Herstellers nehmen können. Natürlich gibt es zahlreiche Kategorien, in denen das iPhone 11 Pro dem Redmi 8 dann wiederum überlegen ist, aber es ist an Ihnen, hier die Prioritäten zu setzen.

Sie müssen letztendlich entscheiden, ob Sie eine S-Klasse brauchen, oder ob für Sie nicht doch der Twingo die bessere Wahl ist.


Björn WinterbergÜber den Autor
Björn Winterberg unterstützt das Team von Digitales für Einsteiger seit Januar 2020 unentgeltlich. Dabei betreut er die neu eingeführte Kategorie Smartphone-Tests, einem Hobby dem er seit 2018 nachgeht. Normal ist er beruflich an einem Hamburger Gymnasium als Lehrer in den Fächern Mathematik und Informatik tätig.
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